Band 
Erster Band.
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Thomas Wtttenvach. *)

Derselbe ward im Jahr 1472 zn Biet, a»S altem jadelichen Geschlechte gebohren, wegen vorzüglichen Fähig-keiten wurde er frühzeitig dem geistlichen Stande gewied-rnet. Nachdem er einige Zeit auf der hohen Schule zuBasel zugebracht harte, begab er sich zur Fortsetzungder Studien nach Tübingen. Unter den übrigen berührn«ten Lehrern dieser Universität befand sich auch GabrielBiet oder Vieler; nach Einigen hat er diesen Namen vonseinem Geburtsorte Viel, ungeachtet andre vermuthen,daß er von Speyer gebürtig gewesen. ** Dieser GabrielViel hatte den Ruf eines ungemein scharfsinnigen undticfdenkenden Kopses; in seiner Lehrart war er gedrungenund deutlich. Ungeachtet er die meisten Lehrsätze der rö-mischen Kirche mit Nachdruck zu unterstützen, und inverschönertem Lichte darzustellen gewohnt war, so fehltees ihm gleichwohl auch nicht weder an Einsicht nochan Aufrichtigkeit, um hie und da die Blösien drSherrschenden Lehrgebäudes ohne Scheu aufzudecken. Da-bey zeigte er so viel Bescheidenheit, daß er sehr gerneseine Unwissenheit an den Tag gab, sich Belehrung undZurechtweisung ausbat, und mit Danke jeden nennte,von dem er etwas gelernt oder entlehnt hatte. Lutherselbst hielt seine Schriften ungemein hoch, und zog sieden Schriften eines Thomas Aquinas und Johann Sco,tus weit vor. Auch in der Kirchenvrrsammlung zu Tri,deut hatten seine Gedanken besonders Aufsehen erweckt,und er wurde, so wie für den leiten, also auch für derbesten scholastischen Lehrer gehalten. — Ohne Zweifel in

* S. Bernerisches Mausoleum. Lh. I. s. 1.

** G» Luve in Hppenil. Uik. litt. s. ir6. krgne. 8ucl-c>eu8 ULF. ljjk. tkeol. s. zzi» krUsVlern. Lonril, 1'riä»VHI. c. i z. IX. c. 4.