Band 
Zweyter Band.
Seite
32
JPEG-Download
 

in einem Alter von ungefähr 47. Jahren. Umsonst also,daß er von seinem Llixir propristgtib ein Leben von etli-chen Jahrhunderten und freye Todeswahl erwartete! DerErchischof ließ auf seinen Grabstein setzen/ daß er dieG'cht, die Wassersucht Mnd den Aussatz habe heilen kön-nen, und daß er sein Vermögen unter die Armen ausge-theilt habe. — Er war ein abgesagter Weiberfeind undhatte sich niemal verheyratet.

Parazelsus wußte zuerst das Opium und Quecksilberheilsam zu gebrauchen; ungeachtet seine vorgebliche Ent-deckung des Steins der Weifen Charlemnerie war, so hat-te er eö doch in der Chemie überhaupt weit gebracht; dieKrankheiten leitete er aus dem Tarrerus und aus che-mischen Bestandtheilen her; von der schneidenden und bren-nenden Wundarzney hielt er nicht viel, dagegen empfahler sympathetische Heilmittel. Seine Künste vcrbüllete erin dunkle Worte und Bilder Sein Vertrag war Deutsch,mit Latein vermischt. Hellmont *) vermuthet, daß er theilsaus Verachtung und Unkunde der lateinischen Sprache,theils aus Liebe zum Vaterland sich der Mutersprache be-dient habe. — In Absicht auf die Religion schien Pa-azel-sus weder mit der römischen noch mit der protestantischenKirche zufrieden. Die Kenntniß der Wege Gottes in derNatur hielt er für die einzige Grundlage ächter Gottes-gclehrtheit. Da, nach seiner Lehre, Gott im Gnaden-reich eben so handelt wie im Naturreich, so glaubte er ausder Naturwisscuschast und aus der Chemie Gott und sei-nen Willen am besten kennen zu lernen; daher war seintheologischer Vortrag ganz in chemische Kunstwörter ge.hüllet. In neuern Zeiten ist diese Theosophie durch Ro-bert Fludd, Valentin Weigel, Jakob ^öhm u. a. fortge-pstanzt worden. Hie und da liegen mehrere seiner Hand-schriften

N) S. Iliil. IsNrri. s> Lr;.