Band 
Zweyter Band.
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Wie ungemein hoch Geiler Brandts Narrenschiff ge-schätzt habe, sehn wir daraus, daß er über dieses Gedichthundert und zehn Predigten gehalten. Nach dessen Hin-scheid wurden sie im I. ,;il. von Jacob Otther gesam-melt, unter der Aufschrift: Xaviculs, 8, 8x>eLulum ka-tuorum, auch im I. l^iz. nebst GeilerS Leben von Bea*rus RhenanuS zum'zweytenmale herausgegeben. Einedeutsche Ausgabe hat man unter folgender Aufschrift!«Wcltspiegel, oder Narrenschiff, darinn aller Ständt»Schande und Laster, üppiges Leben, grobe narrachte« Sitten vnd der Weltlauff, gleich als in einem Spiegel,, ge'cbn und gestraft werden: alles auf Sebastian BrandS«Reimen gerichtet; aber mit viel andern herrlichen, christ-lichen, auch nützlichen Lehren, Eremplcn und Vermab-« nungen zu einem ehrbaren christlichen Leben. Sampt ge-« wisser Schellen Abtheilungen, dadurch eines jeden Stan-« des Laster zu erkennen. Weiland durch den Hochgelehr-«ten Johann Geiler, Doetor der Heil- Schrift, in latei-« nischer Sprache beschrieben, itzt aber mit sonderm Fleiß„auö dem Latein in das rechte teutsch gebracht, und erst-„ mals im Druck ausgegangen. Durch Nicolaum Höni-«ger von Tauber Konigshoffen. Gedruckt;» Basel, Lurch«Seb. Heinr. Petri i?74.

In dieser Ausgabe machen Seb. Brandts Reime denText, und GeilerS Abhandlung den Comemar aus. „Auch«als Urkunde der Sitten, hcißtS in Wieland Merkur,«Fcbr. 1776 , der Lcbenvart, Moden in Kleidung, Putz,« Ergötzunge» u. s. w. würde dies Buch von einem deut-«sehen Hüme zn benutzen seyn. Diejenigen, welche Gei-lern übelgenommen haben, daß er diese Homilien öffent-lich gehalten, müssen nicht überlegt haben, daß seine„Art in den besondersten Detail der sittlichen, häuslichen«und bürgerlichen Thorheiten zugchn, gerade die einzige„ist, wie man Moral predigen müßte, wenn wirklicher