8Z
2 ^ in Vorhof, erblickte da Rägelins schöne Tochter,-Nagdalena, mit fliegenden Haaren, die sie sben in Ord-nung brachte, während daß sie auf einer Rasenbanke dassedervieh um sich her sammelte. Voll Ehrerbietung neige.^ ^ sich gegen ihr. Sie erkanhte in ihm hen ärgstenSeind ihres Vaters und wollte entflichn. Es gelang ihm,lhr auf der Flucht eine güldene Kette mit Demanten umden Nacken zu werfen. Ihr Vater, durch die Bedientenvon dem Besuche seines Erzfeindes benachrichtigt, eilte so^sich bewaffnet herbey. Da er vernohmen hatte, daßseiger allein gekommen wär, kam auch er ohne Begleite,in der festen Erwartung, daß ein blutiger Zweykamvfih-^ Feindschaft beylegen werde. Unter solchen Gedanken"rf er ihm zu: Was sucht du hier, Unglückseliger? —ruhiger Gelassenheit antwortete Steiger: — Denwenn du unversöhnlich bist; bist du aber großmü-^g , deine Freundschaft und deine Tochter! — Bey die«Erklärung warf Nagelin sein Gewehr auf den Boden,"niarnite Steigern mit väterlicher Liebe, und beyde schwu-einander unauflösliche Freundschaft. Hierauf ver-Mhlte sich Steiger im acht und vierzigsten Jahre des Al-^vs den 22. Jul. l;67. mit der Magdalena Nägelin.
4. Augstmonat wurde daö Beylager von dem gan-^ grosse« Rathe, von der Geistlichkeit, vom Adel, vonm Bürgern mit Gastmalen, Maskeraden, Turnieren ge-nvert; den Neuvermählten zu Ehren wurde ein Schau-fel, die Königin Esther, öffentlich an der Kreuzgaffe ge-felt. Jm J. ,;68 ward ihm ein Sohn gebohren. Imf zog er als Oberst über 1200 Mann gegenfavoyen. In den folgenden Jahren mußte er wiederkksthiedene Gesandten über sich nehmen. Er starb denFebr. i;zi. im zwey und sechzigsten Jahre. Sehruhrend wird fein Tod in Hallerö Chronick beschrieben.F-