Karl Wilhelm Ludwig von Bochat.
K.W.L. von Bochat, Lieutenant Baillival undCon-trokeur - General zu Lausanne, war-daselbst den n.Nov.169;. geboren. Von Kindheit auf wiedmete er sichden Wissenschaften mit ausserordentlichem Fleisse. DenLehrmeister, der ihn im Griechischen unterrichtete, ließ erbald hinter sich. Wirklich überraschte man den Schüler ,wie er seinem Mentor Handleitung gab. Die Philosophiestudierte Bochat unter Crousaz, das Naturrecht unter Bar-b irac. Im sechzehnten Jahre begab er sich nach Ba-sel, woselbst er in der Theologie die Unterweisung einesFrey und Werenfelsen genoß. Durch eine bösartige Blat-terkrankheit wurden seine Studien unterbrochen. Er kehrtenach Lausanne zurük und änderte seine Bestimmung. Vonneuem begab er sich wieder nach Basel. Im Jahr 1716.vertheidigte er daselbst eine juridische Streitschrift: 6«optimo Princips. In gleichem Jahre wurde durch Bar-hciracs Abreise die juristische und historische Professur zuLausanne erledigt. Bochat erhielt sie mit der Erlaubniß,drey Jahre zu reisen, um sich desto besser dazu vorzubereiten.Er besuchte die vornehmsten Schulen in Deutschland, an-kam durch Frankreich wieder nach Hause.
Die Wahl einer Gattinn ist beym Fortkommen einesGelehrten keine gleichgültige Sache. Wenn ihr richtigerund geübter Verstand ihn durch geistige Gespräche unterhält,wenn sie durch Gefälligkeit ihn ermuntert und durch Ge-schiklichkeit ihm die häuslichen Sorgen abnimmt, so er-leichtert sie dadurch den Gatten die gelehrten Bemühun-gen. Alle diese Vortheile fand Bochat. Im Jahr 172;.gieng er wieder nach Holland, daselbst heyrathete er SusannaFrancisca Triffonniere, eine Nichte des englischen Residen-ten im Haag. Ihre jüngere Schwester vermählte sich mit