mit sich in dir Labrinthe des Mystikismus; in der Verwir-rung war ihm die weite Welt zu enge geworden; wie einBesessener/ von den Schattenbildern bald der HouriS/bald der Dämone verfolgt / lief er über Gebürge und Thä-ler ; etwas ruhiger fühlt er sich nach der Ermüdung / dar-burch greng ihm ein neues Licht auf; er verbannte Bücherund Grillen und fieng an von Morgen bis Abends seinFeld zu besorgen; unterm Tagwerk vergaß er beydeS/ diePtctistischen und die wollüstigen Grillen.
Gemeinschaftlich lebte er mit seinem Bruder Felix aufMein Hofe von ungefähr 94 Jucharten Lands. Der Bo-hrn war wenig ergiebig und über dieß mit Schulden bela-stet. Anstatt deswegen muthloS zu werden / spornte viel.wehr Kleiniogg seinen Fleiß an; unermüdet war seineHand: ersindsam war sein Kopf; sparsam wußte er jedenStrohalm, jedes Tannreis, jeden Augenblick zu rathe zuNehm; nicht blos die Früchte seiner Arbeit, die Arbeit selbstwachte ihm Freude. Niemals stand er still bey den einmalgemachten Beobachtungen; durch immer folgende bekräf-tigte und erweiterte er die vorhergehenden. Nur zu bebau-ten ist es, daß er, als ein »«gelehrtes Genie, sie nicht al-lemal auch andern in üblichen Worten mitzutheilen imStande ist: indeß hat er sich eine eigne, bilderreiche Spra-che erschaffen; wer einmal mit dieser vertraut ist, verstehtihn und sieht, daß er sich selbst vollkommen versteht —Bleich einem weisen Monarchen, denkt er nicht an Ver-mehrung der Güter, als nur in so fern sie zur Verbesse-rung des schon erlangten Eigenthums entweder unvermeid-lich erfordert wird, oder dieses Eigenthum schon den höch-sten Grad der Cultur erreicht hat. So wenig als immerMöglich bedient er sich fremder Hilföhände; patriarchalischist seine und seines Bruders Haushalmng nur in eine ein-säe zusammengeschmozen. Gegen die Gewohnheit der Leu-ic seines Standes klebt er so wenig an den hergebrachttu