Band 
Zweyter Band.
Seite
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» leS verkor^ Die besten Jahre gierigen so dahin, olnck»daß ichs versuchte, ob ich in der Kunst wohin gelangen»könnte. Indeß thaten die Schönheiten der Natur und»die guten Nachahmungen derselben von jeder Art immer»die grösste Würkung auf mich; aber in Absicht auf Kunst» wars nur ein dunkles Gefühl, das mit keiner Kenntniß„ verbunden war; und daher entstand, daß ich meine Em-pfindungen und die Eindrücke, welche die Schönheiten»der Natur auf mich gemacht hatten, lieber auf eine„andere Art auszudrücken suchte, derer Ausdruck weni-»ger mechanische Uebung, aber die gleichen Talente, eben»das Gefühl für das Schöne, eben die aufmerksame Be-» merkung der Natur forderet. „

Die Jugend unsers GeßnerS fiel nämlich in jene poe-tische Epoche, da in dem südlichen Tcurschland Halter undBodmer, in dem nördlichen Kleist und Klopstock durch un-sterbliches Vorbild so manchen edlern Jüngling zur Dicht,kunst leiteten. Sowol der freye Sinn und Sitteneinfaltder Schweizer als auch die würklich romantischen Natur-scenen um Zürich her stimmten glücklich zum Gesänge derMusen. Auch sammelten gerne Deutschlands Dichter anden Ufern der Limmat, in den Hayncn und auf den Hü-geln bey Zürich poetische Blumen, wie denn von Zeit Zeitdiese Stadt der Aufenthalt der Klopfstocke, der Kleiste,der Wielande u. a. d. gewesen. Daher ein poetischer Wett-eifer, welcher an jenes güldene Zeitalter der zürcherische»Minnesinger, Hadloub, Maneß u. a. erinnert! — Einenganz eignen Blumcnweg öffnete sich durch poetische Wild.uiß die gegnerische Muse. Wenn wir Kleisten als vortref-lichen Landschaftsmahler, Mahler der leblosen Natur;wie sehr müssen wir nicht in Galomon Geßner das Geniebcwnndern, welches lachende Fluren, btumigte Ufer, dieganze arkadische Schöpfung mit den. liebeSwürdigsten Fi-guren bestell! Helche Feinheit und Mhrrtng in den klein»