Band 
Zweyter Band.
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»langen könnte, der mir bey Kennern und Künstlern EM» machen würde. — Meine Neigung, fährt Geßner fort,» gieng vorzüglich auf die Landschaft, und ich fieng mit»Eifer an zu zeichnen; aber mir begegnete, was so vielen» begegnet. Das Beste und der Hauptzweck ist doch immer»die Namr; so dacht ich, und zeichnete nach der Natur;„ aber wa^ für Schwierigkeiten, da ich mich noch nicht» genug nach den besten Mustern in der verschiedenen Art» des Ausdrucks der Gegenstände geübt hatte! Ich wollte»der Natur allzu genau folgen, und sah mich in Klei«» nigkeiten des Details verwickelt, die den Effect des Gan-» zen störten, und fast immer fehlte mir die Manier, die» den Gegenständen der Natur ihren wahren Charakter bey-» behält, ohne sklavisch und ängstlich zu sevn. Meine Grün-»de waren mir verwickelten Kleinigkeiten überhäuft, die» Bäume ängstlich und nicht in herrschende Hauptpartien» geordnet, alles durch zu ängstliche Arbeit zu sehr un-»terbrochcn. Kurz, mein Auge war noch nicht geübt,» die Natur wie ein Gemälde zu betrachten, und ich wußte„die Kunst noch nicht, ihr zu geben und zu nehmen, da»wo die Kunst nicht hinreichen kann. Ich fand also, daß„ ich nach zuerst nach den Künstlern bilden müsse. Ist»nicht das, was mir begegnete, der Fehler der ältern» Künstler! die noch nicht genug gute Muster hatten ? ich„ meyne die ältern Niederländer und Teutsche; sie hielten»sich so genau an die Natur, daß der kleinste Nebenum-„ stand oft so genau gemahlt ist, wie der hervorstechende-»ste, und ihre Gemählde verlieren darum ihre Würkung;„sie find zu ängstlich und zu überhaüft Genien, die»diese Fehler einsahn. suchten dieselben zu meiden, und„machten sich mit den Regeln des Schönen in der Dispo-»sition, der gemäßigten Manigfaltigkeit, Hauptmassen„in der Anordnung und im Schatten und Licht u. s. w.»bekannt. Nach diesen war nun nöthig zu studiren; um