Band 
Zweyter Band.
Seite
224
JPEG-Download
 

L2>4 - -- - —

Es waren meistens die besten und nahrhaftesten Schriften,die er bey seinem Oncle las; das Studium der Altensetzte er fort. Hiedurch gelangte sein Geist je länger jemehr zu völliger Reife. Ausser dem Umgang mit seinemsortreflichen Oheim in Neftenbach, hatte er auch einemandern, mütterlichen Oheim, dem Pfarrer Schultheß,diesem glücklichen Uebcrsctzer der griechischen Weitweisen,wegen seines litterarischen Briefwechsels sehr vieles zudanken. — Die Art, wie er auf dem Lande die göttli«chcn Schriften studirte» und seines Oheims geschickteMethode» die evangelischen Erzählungen in Predigten zubehandeln, veranlaßten ihn frühe. Versuche einer LebenS-geschichle Jesu ;u wagen. Von dem Oheim aufgemun-tert , brachte er gegen das Ende seines siebenjährigen Auf-enthaltes in dessen Hause das erste Bändgrn zu Stande.

Er schrieb auch um diese Zeit den Tod Moses, ein Ge-dicht. — Etwas früher zwo Elegien, dem Andenken einesJünglings von seinem Freunde gcwiedmet.

Um diese Zeit starb sein Vater, dessen ungemeinerFürsorge er so manche vortheilhafte Situation, in dieer gekommen, so manche Hülfsmittel zum Studiren zudanken hatte. — Izt eröffnete sich ihm ein neuer Auf-tritt des Lebens. Im I. 1767. verehlichte er sich mitJungfrau Anna Maria Schinz, einer Person, derenganze Sinnesart sich für ihn, so wie er sich für sie,durchaus schickt. Drey Jahre lebte er mit ihr, einPaar Stunden von Zürich entfernt, in einem angeneh-men Landhause. Hier konnte er nach Herzenslust demStudiren obliegen. Tiefes, Geist und Her; befriedigen-des Studium der göttlichen Schriften war hier sei«Hauptgeschäffte. Auch ichrieb er hier das zweyte Band-chen der Lebensgeschichtc Jesu. Vornehmlich aber las«nd sammelte er, was immer zur Aufklärung des Plans

der