Beobachtungen über die Blattläuse. z i
Gleichwie nun dieser Theil der Geschichte meinerBlattlausmutter, die merkwürdigsten Thaten ihres Lebensenthalt; so kann ich doch nicht unterlassen, hier noch einigebesondere Umstände anzuführen, die sich darauf beziehen,und welche, meines Erachtens, nicht ganz unwürdig sind,bemerkt zu werden, ob sie gleich bey einem Insekte, daranwir mehrere Verschiedenheiten, als an den Blattläusenwahrnehmen, vielleicht nicht verdienen mögten, erzählt zuwerden; allein im Mangel sucht man auch das zu nutzen,was man zur Zeit des Ueberflusses nicht achten würde.
'Als meine Blattlausmutter zum fünftenmale nieder»gekommen war; so war ihr ganzer Leib der Fläche, wo siesaß, q) beynahe parallel; folglich war die Distanz zwischendieser Fläche, und dem Untertheile ihres Bauches nicht be-trächtlich. Es hatte also die junge Blattlaus, die mit ih-rem Körper alle Augenblick immer mehr zum Vorscheinekam, bereits die Oberfläche des Stengels, auf welchem dieMutter saß, mit dem Ende ihres Hinterlheils r) erreicht,da ihr Vordertheil noch in Mutkerleibe war. Nun durftesie nichts weiter thun als sich völlig loßzumachen, welchesihr schwer genug würde geworden seyn, wenn dabey dieUmstände so geblieben wären. Es hatte aber die Altenicht so bald gefühlt, daß ihre Junge den Boden erreicht,
als
q) Die Blattlausmutter saß z. E. auf der Flache eines Sten-gelchens. Das ist ver />o/Ao». Mit dieser Flachewar ihr Körper beynahe parallel; es wird also von ihremBauche an, bis auf die Flache selbst gerechnet , kaum eineviertel Linie Platz gewesen seyn, oder die beyden Parallellirnien: die Linie ihres Bauchs, und die Linie der Flache sindkaum einige Haare breit auseinander gewesen. So mußman sich ohngefahr die Sache vorstellen. Das folgende wirdes noch mehr aufklaren. Ueb.
r) Die Blattläuse kommen mir dem Hinrertheile zuerst zurWelt. (S. die Einl.)