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Die Gletscher der Jetztzeit : eine Zusammenstellung und Prüfung ihrer Erscheinungen und Gesetze / von Albert Mousson
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Seiner Leichtigkeit willen wird er das Spiel der im Hoch-gebirge so häufigen Winde. Jeder Windstoss, über die Kämmewegstreichend, wirbelt Wolken davon in die Höhe :l und trägtsie weit auf die tiefer liegenden Firnmulden herab. DauerndeStrömungen ebnen die Flächen durch Ausfüllung aller Vertie-fungen oder treiben den Schnee hinter jedem schützendenFelsen zu langgedehnten seitwärts abbrechenden Bänkenzusammen, die auffallend an Dünenbänke erinnern. So er-scheint die Beweglichkeit auf Höhen, wo andere zer-störende Ursachen wegfallen, als das Haupthindemiss gegeneine unmässige Anhäufung, als der Grund, dass oft an her-vorragenden Stellen der rauhe Fels aus der weissen Deckehervorbricht.

Die Eisrinden des Hoehscimees. Den pulve-rigen Zustand behält der Hochschnee während des grösstenTheiles des Jahres, im Sommer jedoch sieht man die Ober-fläche meist von einer unebenen Eisrinde überdeckt oder dasInnere, wenn neue Niederschläge folgten, von dünnen Eis-blättern durchzogen. Wenn die Kälte die Eiskruste zerreisst,der Wind sie aufwühlt, rollen die Eisscheiben 10 auf denSchneehängen herunter und zeichnen Furchen, die aus weiterFerne die Richtung der stärksten Abdachung erkennen lassen.Bis zu den grössten Höhen sind Eisrinden beobachtet worden)von Bravais und Martin 11 auf dem Grand-Plateau (3900Met.),von Saussure 12 selbst auf dem Gipfel des Montblanc in4800 Met. Höhe. Rendu 13 hat diese oberflächlichen Ver-eisungen der Hochregion theils aus Regen erklären wollen,

9 Le Montblanc furne sa pipe, heisst es im Chamounithale. Saus-sure, Voyages, IV, § 2012, p. 203.

10 Schlaginweit nennt sie Schneerädchen. Untersuch., p. 33.

Bravais und Martin, Bull. soc. geol. Fr. 2e ser. II, p. 240.

12 Saussure, Voyag., IV, § 2013, p. 203.

>3 Kendu, Theorie, p. 12.