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Dritter Band. Mehlgebende Pflanzen, Küchengewächse und Obst.
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Lauch.

pflanzt, und dann erhalt man imJunius des fol-genden Jahres eine Menge kleiner, weißer, glän-zender, wie Wachsperlen aussehender Zwiebeln-Dann kann man sie durch ihre eignen Zwiebelnvermehren, und sie erhalten sich selbst immerfort,wenn sie einmahl an einer Stelle angesiedell'sind.

Einer Lauchart hat der Aberglaube einen gro-ßen Ruf verschafft, den aber, wie so manchesAndre, die wohlthätige Zeit zernichtet hak. Schonseine Namen, Alle r m a n n s h a r n i sch (A. vi-ctorialis, Bergelraun, Ottcrlauch, Siegwurz),klingen schauerlich. Er ist eine Alpenpflanze undhat blühend ein so hübsches Ansehen, daß man ihnauch in Garten ausgenommen hat. Gegen Wurm-krankheiten, die Zufälle hervorbringen können,daß man dabey an den Einfluß böser Geister dach-te, soll er vortrefflich seyn. Der Milch des Viehsgibt er einen abscheulichen Geschmack und Geruch.In den Gebirgen, wo mit den Berggeistern somancher lächerliche Wahn einheimisch ist, und indenen es immer länger Nacht bleibt, kennt mandiesen Lauch unter dem Nahmen Siegwurz, undverspricht sich von ihm gegen die Bergmännchcn,Kobolde, Alraune und andre Geschöpfe dieses Gc«