148 Temperamente.
scheu, und kalte Trockenheit die schwarze Galle desmelancholischen Temperaments. Allein damit waraber eben so wenig gewonnen, als da lange nachher,zm i6len Jahrhunderte, die Astrologen dem Ein-flüsse der Planeten die Temperamente zuschrieben;ein Unsinn, dessen Fortdauer, zur Schande unsersZeitalters, noch bis äufdiese Stunde in vielen Ka-lendern erhalten wird; oder da Pararcelsus undseine Schüler die Temperamente, so wie alles in-er Welt, aus Schwefel, Salz und Mercuriusableiten wollten. Haller glaubte den Grund derTemperamente, ohne alle Rücksicht auf die flüssigenTheile unsers Körpers, in der Elasticität und ReiH-barkeit der Fibern, und Stahl in dem gegenseitigenVerhältniße der festen und flüssigen Theile des Kör-pers und vorzüglich in der Beschaffenheit des Zell-gewebes zu finden. Ist dieses, sagte er, bey der ge-hörigen Wirksamkeit der Gefäße, locker und daSBlut flüssig, so entsteht die feuchte Wärme des sän,guinischenTemperameiits; ist es aber enge, und thutes, wenn auch das Blut dünneist, einen stä kernWiderstand, so daß auch die Gefäße starker pul-ste«,, so herrscht die trockne Warme des choleri-schen Sind die Gefäße schwach, ist das Zellge-webe locker, so daß es sich durchaus mir. einer dün-