find mit weiter nicht» als mit einem Paar grober Schuhebedeckt. Wenn die Bauern in den Gegenden/ wo diealten Sitten unverändert geblieben sind/ sich unterschei-den , oder Staat machen wollen / so geschieht es inStrobhüten/ deren eS so feine giebt, daß man sie miteinem neuen Louisd'or bezahlen muß; übrigens kannman doch nicht unterlassen zur Steuer der Wahrheit zubemerken, daß unsre reiche Bauren ihre ärmer« Nach-baun» oft boshaft drücken ; sie dcspotisiren, und sobaldein solcher reicher Laiidman» seinen Wohlstand recht fühlt,hochmüthig, ungeleuksam und Prozcßsüchtig wird. DieGegenden unsers Kantons, wo keine zu reichcBauren sind,leben viel ruhiger und hallen sich nachbarlicher, als woder zu grosse Wohlstand die Leute übermüthig macht.Der Fremde befindet sich auch bey den mittelmäßigenLandlcuten milder und gefälliger behandelt, als bey denreichen Kapitalisten.
Viele solcher mächtigen Bauren haben schon ganzeLändereyen an sich gekauft, und dadurch arme oder nurmäßig bemittelte Bauren gcnöthiget ausser Lands zu zie-hen, oder Kriegsdienste zunehmen, da jene mit Knech-ten arbeiten, und meistens fette Wiesen bauen, welchesnur wenige Hände braucht, und doch reiche Einnahmegiebt — daher müssen wir so viele Früchte auswärts kau-fen und oft theuer bezahlen. —
Der berühmte Herr von Hallen charakterisirt denWohlstand des Berner Rantons in folgenden Worten :