zu halten, bey Strafe der Confiscation und höhv»rer Verantwortung.
Wer hat sich nicht schon oft geärgert über die sitten-losen Bilder und Gemälde welche zu verschiedenen Zei-ten hier in der Stadt seil geboten, und öffentlich aus-gchangcn werden, die Neugierde der jungen und lüster-nen Personen anzuziehen. Diese Frechheit, daß manlüsterne, muthwilligc und im ganzen Sinn des Worts —scandalense Dinge — ohne Schaam öffentlich aushängt,zeigt viel zu auffallend den Sittenverfall an, als daßman es ungeahndet lassen könnte. Ein solches Fciltra-gen und Anbieten der Erfindungskraft eines muthwilliqcnMahlers und Zeichners, der in irgend einer sittexloengroßen Stadt seine Originale aufsucht und unter denvcrdorbcnstcn Klassen von Menschen seine Käufer undBewunderer findet; ein solches geduldetes Commerz hatgewiß nicht den Beyfall guter Patrioten; und ihnengebe ich diesen Wink, damit sie es nicht für zu unbedeu-tend ansehen, weil die Sitten dadurch stark leiden.Denn weit mehr als die sittenlosesten Bücher wirkendiese Gemälde und Situationen des Kupferstechers,Mahlers und Zeichners. Er arbeitet für die Sinneweit beredter, weit anschaulicher, weit wirksamer alskein Schriftsteller es kann. Auch das gemeinste Gefühlwird erhitzt von dem Bilde, wenn es bey den Büchernnur Langeweile empfindet- Die Sinne, die Sinne — wir-ken allmächtig und auf alle Stände- Ungesittete Ge-mälde lassen einen unvertilgbarcn schädlichen Eindruck