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Geschichte der Wasserkirche und der Stadtbibliothek in Zürich / von Salomon Vögelin
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so wie auch von 1705 unter dem Pseudonymen Namen „OonegloKiopKilus" bis 1745 als Beigabe zudem jährlichen Zürcherschen Regierungsetat ein „Durchlauchtiger Wellbegriff^ betiteltes Verzeichniß dereuropäischen Regenten in 12. heraus, welches dann von Andern bis 1798 fortgesetzt ward. SeinHauptwerk aber ist das mit außerordentlicher Mühe zusammengetragene Allgemein-Eidgenössische oderSchweizerische Lexikon, nach alphabetischer Ordnung in XX. Theilen in 4., von 1746 bis 1766 in seineneigenen Kosten herausgegeben. Ein Werk bewundrungswürdigen Fleißes, welches ungeachtet seiner theil-weisen Mangel und Fehler die größte Anerkennung und dankbarste Benutzung verdient^). Sein Sohn,Johannes Leu, des Raths, (geb. 1714, gest. 1782), mit welchem dieses Geschlecht erlosch, trat, nachdemauch er sich im Jahr 1736 in die Bibliothekgesellschaft hatte aufnehmen lassen, in Liebhaberei für.Schweizerische Geschichtskunde und Sammlerfleiß ganz in die Fußstapfen seines Vaters, und vermehrtedurch eigenhändige Copiaturen sehr vieler wichtiger handschriftlicher Geschichtswerke und diplomatischerAktenstücke, durch Verfertigung zahlreicher Bände zürcherscher und anderer schweizerischer Genealogien undTopographien rc. die väterliche Manuscriptensammlung um mehr als das Doppelte. Diese höchst werth-volle Leuische handschriftliche Bibliothek, worunter auch eine bedeutende Zahl eigenhändiger Manuscriptbändevon Bügermeister Joh. Heinrich Waser^'), kam im Jahr 1783 von dem Schwiegersohn des Verstorbenen,Hrn Doktor und Examinator Georg Locher, der Stadtbibliothek schenkungsweife zu^), welche so in einenfür sie höchst wichtigen Theil seiner Erbschaft eintrat.

Da Leu schon als Standesseckelmeister mit so vielen Staatsgeschäften beladen war, daß er den Sitzungendes Convents nicht immer beiwohnen konnte, so ward beschlossen, ihm in der Person Herrn ProfessorBodmers einen Vicepräsidenten zu geben. Und da Leu gleich im folgenden Jahre (1759) zur Consulwürdesich erhoben sah, so legte er jetzt die Präsidentenftelle vollends nieder, die er nicht viel länger als ein Jahrbekleidet hatte. Sein Nachfolger ward, wie im Jahre zuvor im Seckelmeisteramte, so auch hier Hr. Joh.Conrad Heidegger, der seines durchdringenden Geistes, seines umfassenden Wissens, seiner seltenen Cha-rakterstärke und seiner glänzenden Verdienste wegen um das Vaterland wie um die Vaterstadt insbesondere,mit Recht der große Heidegger genannt wurde. Geboren im Jahr 1710 und Sohn eines Vaters von nurmittelmäßigen Glücksumständen, wählte er, da weder eine ausgezeichnete Erziehung, noch die damaligenöffentlichen Schulanstalten seinen Anlagen und seinem Aufstreben entsprachen, für seine wissenschaftlicheBildung seinen eigenen Gang. Er machte sich mit den ältern und neuern Sprachen vertraut, jedoch nur alsHülfsmitteln zu tieferm realem Wissen. Er las die alten Schriftsteller in steter Vergleichung mit denneuern, und mit Beifügung seiner eigenen Bemerkungen. Er legte sich schätzbare Büchersammlungen an,fand sich überall ein, wo die Literatur verhandelt ward, und erwarb sich auf diese Weise eine seltene Kenntnißälterer und neuerer Bücher. Er beschäftigte sich auch mit mehr als Einem Fache der Wissenschaften. So war

20) Eine von Anfang an gewünschte Fortsetzung dieses Werkes erschien von Joh. Jakob Holzhalb, unter dem Titel: Supplementzu Leu's allgemeinem schweizerischen Lerikon in den Jahren 1786 — 1797. Es kamen aber nur sechs Theile heraus, da der Verlegerkeinen Absatz fand.

21) Johann Heinrich Maser (geb. 1800, gest. 1669), einer der ausgezeichnetsten und berühmtesten Bürgermeister des XVII.Jahrhunderts, ein Zögling des Antistes Breitinger und vertrauter Freund des berühmten Joh. Heinrich Hottinger. Er war der ein-zige, der zur Bürgermeisterstelle berufen ward, ohne zuvor Mitglied des Kleinen Rathes gewesen zu sein. Als Stadtschreiber (v. 1633bis 1645) und auch später noch copirte er zu eigenen, Gebrauche die wichtigsten Urbare und zahlreiche Aktenstücke, und zeichnete diebedeutendsten eidgenössischen Verhandlungen während seines vielbewegten eigenen Negentenlebens auf. Er war Bürgermeister von1652— 1669. Sein Leben in vier dicken Manuscriptbänden in 4. beschrieben findet sich auch in der Lettischen Sammlung, so wiedie Stadtbibliothek den größten Theil seiner historischen Manuscripte besitzt.

22) Sie besteht aus mehr als dreihundert Bänden in Folio, Quart und Oktav, und füllt ein eigenes sehr großes Nepositorium,bezeichnet T. User.