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Geschichte der Wasserkirche und der Stadtbibliothek in Zürich / von Salomon Vögelin
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an Ort und Stelle gesammelt; im I. 1813 von Junker Landammann Reinhard die von ihm selbst ver-faßte Darstellung der Consulta zu Paris vom I. 1803 nebst der damals ihm geschenkten goldenen Doseund Medaillen °); im 3- 1814 von Herrn Kupferstecher Meier eine von ihm selbst mit großer historischerund künstlerischer Vollständigkeit zusammengetragene Darstellung der Ereignisse in Nidwalden im Septem-ber 1798 ; im 3. 1827 von Herrn H. Meister nebst seinen Werken eine Anzahl Manuskripte seines Vaters,dessen Tagebuch er schon früher geschenkt hatte?); im 3. 1831 von den Erben Herrn Bürgermeisters Usteridie vollständige Sammlung des Moniteur vön 1789 bis 1830 , ein an pecuniairem und historischem Werthegleich ausgezeichnetes Geschenk. Werthvolle Sammlungen von dem Buchhandel unzugänglichen Schriften,besonders von Mandaten und Proklamationen älterer Zeit schenkte im 3. 1833 Herr Spitalpfleger Ziegler;im nämlichen Jahre Herr Fasi-Willading ein von I. I. Rousseau angelegtes Herbarium nebst sieben Brie-fen desselben, ferner Herr Consul Hirzel ein Birmanisches Gesetzbuch auf Palmblätter geschrieben; imfolgenden Herr Buchhändler Hirzel-Reimer die Sammlung der auf das Zürcherische Reformationsjubiläumerschienenen Schriften; im I. 1838 schenkten die Söhne des Herrn Chorherrn Schultheß die theologischeBibliothek ihres seligen Vaters, hauptsächlich durch ihre Anlage von dessen Vater, dem Kämmerer I. G.Schultheß werthvoll. Im I. 1840 übergab der Kirchenrath bei Auflösung des Antistitial-Archives derBibliothek die jenem Archiv im 3. 1749 geschenkten und seitdem fortgesetzten Bildnisse der sämmtlichenAntistes der Zürcherischen Kirche; im I. 1845 schenkte die Gesellschaft der Schwertler oder Böcke die vonihr geschlagene Denkmünze auf die Stiftung der Gesellschaft und die Schlacht bei St. Jakob ( 1444 ) in Gold ;ferner das Hülfs-Comitö von Zürich für den großen Brand in Hamburg die von jener Stadt geschenkteDankmedaille aus dem Erz der geschmolzenen Glocken, und endlich der L. Stadtrath eine Anzahl goldenerund silberner Medaillen zu freier Verfügung im Werthe von 88 Louisd'or; derselbe hatte auch schon imI. 1838 mehrere alte Gemälde und Antiquitäten, wie das Siegel des Bastards von Burgund aus derBeute von Granson, die von Pabst Julius II. geschenkte Fahne und Schwert, der Bibliothek übergeben.Das bedeutendste aller Geschenke aber erhielt die Bibliothek im I. 1836 , als die ehmaligeGesellschaft derGelehrten auf der Chorherrenstube" sich auflöste. Diese Gesellschaft Zürcherischer Geistlichen, Professorenund Aerzte, welche allmälig aus den abendlichen Zusammenkünften des Clerus vor der Reformation entstandenwar, hatte durch die Aufhebung der Stift im I. 1832 ihren Haltpunkt verloren, und sah sich daher, nach-dem sie noch ihre letzte Thätigkeit in Herausgabe eines Neujakrstücks, nunmehr dem Zürcherischen Waisen-hause gewidmet, gesichert hatte, zu ihrer Auflösung veranlaßt: dabei wollte sie aber ihr nicht unbeträcht-liches Eigenthum dem ihr verwandtesten Institute unserer Vaterstadt zuwenden, und übergab dasselbe 2)der Stadtbibliothek, bestehend in einem Fond von 8922 fl. und einer Anzahl silberner und vergoldeterEhrenbecher, dem Reste des einst reichen Schatzes, der sich aus Geschenken der Mitglieder und fremderGastes gebildet hatte, der aber bei der Contribution zum Massena'schen Darlehen bis auf das Unentbehr-lichste angegriffen worden war. Vorzüglich sind endlich noch zu erwähnen die fortwährend von den hiesigenBuchhandlungen, ungeachtet sie dazu keineswegs verpflichtet wären, auf sehr verdankenswerthe Weise ge-

6) Lgi. K. v. Muralt's Lebensgeschichte Reinhards, Note za S. I. der Vorrede und S. 149.

7) Vgl. S. 106, N. 16.

8) Durch Beschluß vom 21. April 1838.

9) Die geschichtlich merkwürdigsten dieser Becher sind drei große, einfache silberne sogenannte Staufbecher, welche die drei Eng­ lischen Bischöfe I. Parkhurst, N. Horn und I. Juell 1583, 1584 und 1565 zum Danke für genossene Gastfreundschaft hier verferti-gen ließen, die beiden erster» mit dem Wappen des Gebers in Email geziert (vgl. Luriclr leilers,. tor lds Parker 8ooielx.1842. kass. 135. Lat. 80. (11970. 187^-110. 254149)); dann das höchst bescheidene, aber von dem Geber (Herrn JosephOrell zum Mohrenkopf 1667) in abstechender Pracht gefaßte Trinkglas des Antistes Bullinger.