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in Nürnberg niedergesetzt worden war 3 *), um der schrankenlosen Pressfreiheitin Sachen der Religion und guten Sitten einen Damm entgegenzusetzen, hattedurch angebrachte Insinuationen auch an diesen mehr wissenschaftlichen Ar-beiten Ansland gefunden. Th. beklagt sich laut über die der Publication sei-ner Schriften verursachten Hindernisse 33 ). Er war darum hoch erfreut, alser von den Landständen in Kärnthen, denen er eines seiner Werke gewidmethatte, die Zusicherung erhielt: sie wollten auch für die Veröffentlichung des-selben Sorge tragen 36 ). Als, wie zu vermuthen, durch die Leipziger medi-cinische Facultät eine seiner Schriften während des Druckes unterdrückt wurde,
34) Im J. 1523 war, wegen der vielen, erschienenen Schmähschriften und Schandbil-der in Nürnberg , wo das Reichsregiment seinen Sitz hatte, verordnet worden,dass keine Schrift gedruckt und verkauft werden solle, die nicht vorher durchgelehrte, von der Obrigkeit dazu gesetzte Männer censirt worden sey. DerReichsabschied vom J. 1524 setzte fest, “dass eine jede Oberkeit, bei jhrenTruckereien, und sonst allenthalben nottürftig eynseliens haben sollen u. s. w.”(L. Hoffmann, Geschichte der Bücliercensur. Berlin . 1819. 8. S. 62.).
M. vergl. die nachher folgende Note 62.
35) So in der Vorrede zum Buch von den Tartar. Krankheiten. Th. II. 245.: “alsich von Ellerdingen zum Böhemischen Marschalck zogen bin, dieses Buch deTartaro mit weiter Vollstreckung vollendet. Nun aber hab ichs in Truckwollen lassen aussgehen: ist doch solches von meinen Standsgenossen ver-hindert worden .”
36) Beschlussrede des Labyrinthus med. 3. Sept. 1538. Th. II. 243.: “Sie habens ge-hindert in etliche Jahr, das und anders: die stundt aber ist da, das einMaecenas gefunden ist worden, der nicht nach gunst, sondern nach ansehen derbilligkeit, diese arbeit an tag zu bringen, sorg getragen hatt: Nemlich die Landt-schaft des Erzherzogthums Kernten.”
Dann in der Vorrede zur ersten Defension Th. II. 159.: “lieber Leser, ich bingehindert worden, das meine Schrillten ann Tag nicht sollen kommen: Hab dochKärnten das Ertzherzogthuinb damit verehrt: So es durch diselbigen löblichenHerren an dich langen würdt, wo du in der Welt solches empfahest: dann ohnediese Landtschafft kerne es dir Leser inn die Handt nicht.”
In dem Danksagungsschreiben der Stände von Kärnthen vom 2. Sept. 38.(Th. II. 342.) heisst es: wollen auch keinen Fleiss sparen, damit solche EwereSchrillten mit dem ehesten inn Truck kommen.