Iß
erliess er einen Sendbrief an die Herren in Nürnberg , um sich Recht zu ver-schaffen 3? ). -..
Um solche Eingriffe der hohen Schulen in die literarische Thätigkeiteines Mannes zu begreifen, hat man zu berücksichtigen, daiss^er ihre wirk-lichen oder vermeinten Mangel in ihrer vollen- Blosse' l darstellte / ' und ‘ihre ein-seitige wie verkehrte Lehrmethode, ihre Rechthaberei und Habsucht unbarm-herzig geisselte 3S ). Da er nun überhaupt gegen die bis auf seine Zeit, vor-nehmlich in der Arzneikunde, gültige Verfahrungsart auf das Entschiedenstesich erklärte, die bis dahin eingeschlagenen Wege und Mittel verwarf undmit reformatorischem Selbstvertrauen nur die von ihm gutgeheissenen Rich-tungen gelten liess 39 ), so konnte nicht ausbleiben, dass alle Anhänger des
37) Sendbrielf an die Herren von Nürnberg 1530 (Chir. Schriften S. 680.): “So er-mahn ich auch E. E. F. W. zu bedencken, soll mir solcher Druck jetzund ab-geschlagen bleiben, und denselben, (der doch auff E. Erlaubnis angefangen ist)nit vollenden, dass das vergangen gedruckt Buch aussgeloschen were.”
38) So bemerkt er (Kl. .Chir. B. 1. Cap. 4. S. 253.): “Ich vermeint, die Hohen Schu-len solten sich Schemen, das solch Holtzapffel bei jhnen wachsen. Ich will ge-scliweigen, dass sie mehr von Bawren lernen, als von jhren Lectoribus. Daskönnen, so zu einem Artzt gehört, wird nit ein vier und zwantzig jähriges un-zeitigs Kalb zu einem Doctor lassen machen” (Vorred in das ander Theil desdritten Tr. der gr. Wundarzney S. 110). “Holienschulen, do nichts dann gleiss-ner und Schreiber auffwaclisen” (Paramir. L. III. De or. morb. ex Tart. Tr. 4.Th. I. 170.). “Ihr gehend nit zu der rechten Thür hinein: das ist, wie Mördergelmd jhr in die Artzney, und steigen zun Tächern hinein, und gelind nicht zuder rechten Thür in die Profession, das ist, jhr neinmen ewer kunst, wie jhrsteglich mit verderben und tödten, würgen und erkrippen erfar.en, ■' Aber allehohe Schulen in Teutscliem Land steigen also in die Artzney, und die Welschendergleichen” (Paragrani alt. Tr. 1. Th. I. 118.)., Auf ähnliche Weise lässt er sichvernehmen: Paragrani Tr. 3. Th; II. 78. — Paramir. L. III. De or. morb. exTart. Tr. 2. Th. I. 157. Ebend. Tr. 5. I. 183. .236. —- Erste Defension Th. H.161. — Von Ursp. der Frantzosen B. V. Cap. 5.. .Chir. S. 224.
39) “Der Arzt soll einen anderen grund suchen zu heylen, und nicht wie die altenauf einer Leiren geiget haben, derselbigen nachdantzen (Beytheoneä. B. 1. Cap. 18.S. 353.). “Ich hab ihre Process, Canpnes, und dergleichen Ordnung und Schrifftlang in grossen Würden und Ehren gehalten. j: Pa ich l aber selbst nichts nütz-