21
wo dieser angegeben ist, lässt fast jedesmal die ganze übrige Abfassung keinSchwanken über den Ursprung zu; man entdeckt mehr oder weniger Kernund Mark; allein wo andere Namen, z. B. Paracelsus, sich finden, da trifftman blosse Schalen, Wiederholungen aus andern, für acht zu «'kennendenWerken, oder geradezu baaren Unsinn und eitles Wortgepränge.
Die Zahl der so beglaubigten Schriften ist nicht gross, und seihst indiesen bemerkt man unverkennbar fremde Elemente. Wer sich im Interessejenes Mannes oder jener Zeit die Mühe nicht verdriessen lässt, aufmerksamdas Ganze zu vergleichen, der wird, ohne gerade immer einen vollständigenBeweis dafür beibringen zu können, auf dem angedeuteten Wege zu der sub-jectiven Unterscheidung dessen gelangen, was als authentisch, als unterge-schoben oder eingeschoben gelten müsse.
Zu den wenigen ächten Schriften gehören wohl ausschliesslich nur dievon ärztlichem oder naturhistorischem Inhalte; alle anderen über fremdartigeGegenstände sich erstreckenden scheinen von unbekannten Verfassern herzurüh-ren ; wenigstens ermangeln sie aller inneren und äusseren Beweismittel derZuverlässigkeit.
Der Zeitfolge nach dürften nur folgende dem Theophrastus von Ho-henheim zu vindiciren und als die hauptsächlichsten, ja vielleicht einzigenQuellen, woraus man seine Lehren und Ansichten zu schöpfen berech-tigt ist, zu betrachten seyn: 1. die sieben Bücher de gradibus et compo-sitionibus receptorum 58); 2. die kleine Chirurgie 59 ); 3. sieben Bücher
58) Diese Schrift, welche Oporin ins Lateinische übersetzte, hatte Th. in einem Briefevom 10. Nov. 1526 seinem Freunde Christoph Clauser in Zürich gewidmet undzur Besorgung empfohlen. Es heisst dort (Th. VII. gleich vorn): proinde et hoc,quicquid est, Libelli tibi dedico, ut in Typis excudendo eo commendatum tibihabeas.
Conr. Gesner (Bibi, univers. sub voce Th.), der das Manuscript bei Clausergesehen hatte, äusserte sich bloss über die Sprache nachtheilig: dictionibus etsenteutiis obscuris, barbaris, affectatis, ineptis.
59) oder vollständiger: “von Frantzösisclien Blatern, Lähme, Beulen, Löchern, undZitterachten, der Frantzosen und jhrs gleichen: Inhaltendt Zehen schöne Bücher,darinn die kleine Chirurgia begriffen” (Chir. Sehr. S. 249.). Diese Schrift, welcheden vierten Theil der grossen Wundarznei ausmacht, widmete er, nachdem er