diess doch als eine Neuerung angesehen, die von Seiten der eigentlichen Ge-lehrten ein Vorurtheil gegen den Verfasser wie gegen den Inhalt des Bucheserweckte. Verstiess nun gar der Inhalt gegen die herrschenden Lehren, er-laubte sich der Verfasser persönliche Ausfälle, trat seine Individualität in Fas-sung und Ausdrucksweise zu grell hervor, so wurde die dadurch hervorgeru-fene Opposition nur um so schärfer und unversöhnlicher. Die Werke desTh. boten hierzu reichlichen Stoff dar, und es half ihnen nicht, dass sie theil-weise in das Lateinische übertragen wurden, indem die Uebersetzer mit denSachen selbst fast gar nicht vertraut waren 69 ). Wenn desshalb Spötter ver-sicherten, diese köstlichen Geistesproducte verdienten in alle Mundarten über-setzt zu werden, oder gar berichteten, es sey bereits geschehen 70 ), so istdieses weniger zu verwundern, als dass Andere, trotz bestimmten Wider-spruchs 7 *), dieses ganz ernsthaft nahmen, und vermeinten, den Ruhm desVerfassers damit zu erhöhen 72 ).
Ueber die von Th. gewählten Titel seiner Bücher ist schon manche ta-delnde oder spöttische Bemerkung laut geworden, ohne dass man bedachte, dassjene grossentheils bereits von anderen Autoren gebraucht worden waren 73 ).
Adami Vitae medicor. germ. p. 37. — le Clerc hist. 1723. p. 800. u. s. w.) indie sonst so vollständige Gesammt-Ausgabe der Opera Erasrni in folio nicht auf-genommen wurde. Ob hieraus ein Einwand gegen seine Aechtheit zu entneh-men sey, lasse ich dahin gestellt.
69) Dass es mehrere gewesen, ersieht man aus der Angabe Oporin’s (dessen Briefbei Sennert p. 188.): sunt ejusmodi libelli partim a me, partim ab aliis Latineconversi postea editi.
70) In dem schaamlosen Libell des sich nennenden Valentius Antraprassus Siloranus(bei Suavius p. 18.) heisst es: a Flaeno in Gallicam, a Bebeo Rando in Graecamlinguam couversa sunt. Und p. 20.: in quatuor linguas transferri curavimus. —Uebrigens befindet sich eine Arabische Uebersetzung mehrerer Schriften des Th.in Gotha (m. vergl. Allgem. Anzeiger 1840. Nr. 136.).
71) Wie besonders der wackere J. Guintherus Andernacus (de Medicina veteriet nova. Basil. 1571. fol. p. 30.): Quamvis nonnulli ejus sectatores Theophrastilibros in latinam, graecam et gallicam esse translatos dicant, in nulla tarnen ea-rum vel excusi, vel manuscripti usquam apparent extantque.
72) Th. IV. 10.
73) So wird Th. als Verfasser aufgeführt der Philosophia occulta (Th. IX. 3.); allein