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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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Es ist noch nicht lange her, dass ein ausgezeichneter medicinischerSchriftsteller, der sich viel mit Geisteskrankheiten beschäftigte 101 ), von Th.nicht nur, wie auch Andere es thun, aussagte, dass er ein Schwärmer, son-dern sogar, dass er wahnsinnig gewesen. Es möchte schwer halten, beideAusdrücke zu rechtfertigen. Schon der Vorwurf, dass Th. ein Schwärriiergewesen, ist aus der Luft gegriffen. So leicht auch dieses Wort gebrauchtwird, es hat immer einen schlimmen Nebenbegriff. Th. weiss die Nichtwisserund Lügner nicht ärger zu bezeichnen, als dass er sie Schwärmer nennt 102 ).Er sieht sie als diejenigen an, welche das Gute und Schlechte bis zur Un-kenntlichkeit unter einander mischen 103 ). Wer kein rechter Arzt, sondernein Abenteurer sey, wer mit seinem Handwerkzeuge nicht umzugehen ver-stehe, der verdiene den Namen eines Schwärmers l °4). Er dringt darauf,dass man nicht weiter gehe, als bis wohin die Natur das Ziel gesteckt 103 );

ob dem auch niemandts verwundern, dass einem Uebelthäter am Galgen lang her-nach Bart, Haar und Negel wachsen: man soll es auch für kein Bezeugnuss sei-ner Unschuld halten, wie die unverständigen vermeinen (De nat. Rer. L. II.Th. VI. 268.).

101) Ne um an in seiner speciellen Pathologie und Therapie. IV. b. §. 318. An-ders urtheilt derselbe Verfasser in seinen Bemerkungen über die gebräuchlichstenArzneimittel. Berlin 1840. S. 194.

In der Geschichte der menschlichen Narrheit, als deren Verfasser Adelung gilt,findet sich Th. in der buntesten Gesellschaft. Der Artikel ist überschrieben (Theil 7.Leipzig 1789. S. 189364.): Theophrastus Paracelsus , ein Kabbalist und Charlatan.

102)So sie dich unwarhafftig finden, lügeuhaiftig, zweifflig, unwissend, so mögen sieauss dem vollen grund haben, das dein Sach nichts sey gegen Gott, und das duein schwermer bist in der Artzney, und also mag dein kunst niemandts ge-niessen (Paragrani Vierter Tr. Th. ll. 85.).

103)Es schreiben durch einander gute und böss, zwickdörnig Leuth, und vil derSchwermer, felschen das gut durch das böss (Labyr. med. Cap. 2. Th. II. 200.).

104)Sie sollen nicht Artzt geheissen werden, sonder Schwermer und Abenthewerer.Dann zugleicherweiss handlen sie, als einer der da ist ein Zimmermann, undkennt sein Holz und Instrumenta nicht (Von Urspr. der Franzosen . B. 1. Cap. 9.Cliir. S. 193.).

105)Unterstand dich nicht weiter, dann soweit die Natur ihr Ziel stecket. (GrosseWund. B. 1. Cap. 4.).