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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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Ansicht; jene konnten nicht begreifen, wie er seine wunderbare Heilkunst 217 )an sich selbst so wenig erprobt habe; und diese gönnten dem Yielbeneidetennicht einmal den natürlichen Tod 218 ).

Durch die eigene Unruhe und Heftigkeit, so wie durch den hartnäcki-gen Kampf mit so Vielem, was Vergangenheit und Gegenwart sanctionirten,hatte er vor der Zeit seine Kräfte erschöpft und den frühen Tod gefunden.

Er wurde auf dem Friedhofe beim Bruderhause begraben, und zu sei-nem Ehrengedächtniss ein Grabstein aus rotliem Marmor gesetzt 219 ).

Wenden wir uns nun von den Angaben und Beweisen der öffent-lichen Thätigkeit und der Erscheinung Ths zu den Bedingungen und Be-gegnissen seines Privatlebens, so bestätigt sich auch hier eine schon oft ge-

Eher vielleicht erlag er, wie van Helmont vermutliete (Opp . 1682. p. 479.),den zu häufig eingeathmeten giftigen Dünsten bei seinen chemischen Arbeiten.

Eine schon früher einmal verbreitete Angabe, als hätten gedungene Gesellenihn durch einen Sturz ums Leben gebracht, erhielt eine gewisse Bestätigung anseinem vermeintlich aufgefundenen Schedel, woran Sömmerring einen Sprung,oder vielmehr eine Spalte am linken Schläfenbein entdeckte (med. chir. Zeitung.1815. I. 47. Werneck in Radius und Clarus Beitr. B. 3. 1836. S. 226.);doch ist eine Frage, ob jener untersuchte Schedel in Wahrheit der ächte gewe-sen (Stephan S. 419.).

217) Ein Arzt J. Goropius Becanus, welcher behauptete, das Paradies sey in Holland gewesen, führt noch eine seltsame Vorstellung der Anhänger des Th. an: AjuntParaceko tantum scientiarutn in illa aetate contigisse, ut frustra putaret se lon-gius victurum, cum omnis illa aetas perdi videretur, in qua nihil amplius possetaddisci (Origines Antwerpianae. Gigantomachia. Antw. 1569. fol. p. 212.).

218) Mich. Toxites in der Vorrede zum Testamente; bei Bitiskius-Vol. III. Append.p. 2. Smetius p. 685.

219) Stephan theilt genau (S. 436. 458.) das hierauf Bezügliche mit. Iin J. 1752wurden die Gebeine aus dem Grabe genommen und in die Vorhalle der Kirchegebracht. Auf der viereckigen Platte wurde noch eine Pyramide errichtet.

Auf der unteren, * ursprünglichen Platte des Grabsteins stand folgende Auf-schrift: Conditur hic Philippus Theophrastus insignis medicinae doctor, qui dirailla vulnera, lepram, podagram, hydropisim, aliaque insanabilia corporis contagiamirifica arte sustulit ac bona sua in pauperes distribuenda collocandaque hono-ravit. Anno MDXXXXI Die XXIV Septembris vitam cum inorte mutavit.