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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
Entstehung
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59
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Füssen jhre Bücher tretten. Die geschrifft wird erforschet durch ihre Buch-staben, die Natur aber durch landt zu landt, als offt ein Landt als oft einBlat. Also ist Codex Naturae, also muss man ihre Bletter umbkeren.

Das Ende seiner unruhvollen und thätigen Laufbahn erreichte er zuSalzburg 213 ). Es regierte hier seit 1540 der Erzbischof Ernst, Pfalzgraf beiRhein , ein Mann, der den Naturwissenschaften nicht fern stand und der viel-leicht Mitveranlassung war, dass Th. dorthin sich wandte. Im Sept. 1541wurde er krank, am Olsten desselben Monats machte er sein Testament 214 )und am J24sten starb 215 ) er 48 Jahre alt.

Ueber die Umstände seines Todes herrscht noch manche Ungewissheit,welche sich auch durch die fleissigste Nachforschung und die schärfste Kritiknicht ganz wird beseitigen lassen.

In dem angeblich von ihm hinterlassenen Testamente heisst es zwar, dasser dasselbe mit deutlichen Worten, bei gesunden Sinnen, angeordnet habe;es erhoben sich jedoch darüber so wie über seine Todesart mancherlei Zweifelund Bedenken. Das ganze Testament sollte ein fremdes Machwerk und er, wonicht gar vom Bösen geholt, doch auf eine gewaltsame Weise aus dem Lebenentfernt worden seyn 216 ). Freunde wie Feinde vereinigten sich in dieser

213) Hier konnte er sich keine ganz kurze Zeit aufgehalten haben, denn ein Pole,Franz Boner aus Krakau , sandte an ihn einen eigenen Boten, um sich Hülfe zuerbitten. Th. stellte sein Gutachten am 5. Aug. 1541 aus (Th. V. 107.), undein anderes für Jacob Töllinger am 15. April desselben Jahrs (ebend. 222.).

214) Das Büchlein, welches Mich. Toxites besorgte, kam zu Strassburg durch Chri-stian Müller 1574. 8. heraus. Die Seitenzahl ist nicht angegeben; es sind aber54. Auch findet sich dabei Theophrasts Bildniss im Holzstich. Abgedruckt fin-det sich das daraus genommene Testament oft, z. B. in Hübners Beschreib,von Salzburg . 1792. S. 33540. in Zauners Chronik von Salzb. Th. 5.239. bei Murr Th. 2. 264. bei Werneck in Clarus Beitr. B. 3. S.233.Lateinisch bei Bitiskius III. Append. p. 6.

215) Vergl. Stephan S. 420.

216) Am Diamantenstaub, den er verschluckt haben soll, ist er wohl nicht gestorben,denn ganz richtig bemerkte G. J. Vossius (De artium et scientiarum natura.Amstelod. 1686. fol. De philosophia. p. 249. (. 9.): Ajunt periisse devorato scobeadamantis. Sed obstat, quod adamas nihil habet venenati.

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