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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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ney ist gerichtet in die Welt, gleich einem Schiff auf dem Meere, das keinebleibende Statt hat, sondern durch den Schiffmann geführt, nach dem, wasbegegnet, nicht nach dem gestrigen Wind, sondern nach dem heutigen 278 ).Die Ungerechten haben ihren Grund gesetzt, dass weiter nichts möge gefun-den werden, denn was gefunden ist; die Gerechten aber suchen sie für undfür und wollen ihre Kunst bessern 279 ). Es ist freventlich, ein Neues aufzu-bringen und das Alte zu verwerfen; so aber Billigkeit da ist, warum solltees dann nicht geschehen? 28 °)

Unter den Büchern scheint er sich am meisten bekannt gemacht zu ha-ben mit der Bibel, und zwar mit dem neuert Testamente 281 ). Dieses spieltbei seinen Vergleichungen eine Hauptrolle. Er bringt öfters Stellen darausbei und wendet sie an auf das Natürliche und Aerztliche.

Was nun die andern von ihm berührten Schriften und Schriftstellerbetrifft, so sind die Namen derselben nicht immer gleich zu erkennen, indemsie zum Theil aus Nachlässigkeit der Abschreiber und Drucker falsch geschrie-ben, theils durch' Witz und Laune vom Verfasser umgeändert oder bloss an-gedeutet sind. Fast die meisten werden mit tadelnden oder spöttischen Be-merkungen aufgeführt.

Von Aristoteles heisst es, er habe in der Philosophie einen falschenGrund gelegt 282 ), wie denn den Griechen Lügen angeboren sey. Dass dieseSprache dazu vorzüglich tauge, bezeuge selbst Homer 283 ). Der Lehrer desAristoteles, Plato , sey in der Heilkunst von keinem Gewicht 28 *).

278) Von Wiederaufbringung der Verderbten. Cap. 8. Cliir. S. 177.

<ff 279) Grosse Wundarzn. B. 2. Tr. 1. Cap. 15. S. 72.

280) Das ander B. der gr. Wundarzn. S. 62.

281) Dieses fand sich auch in seinem Nachlasse, nebst einer Bibel und den Erklärun-gen des Hieronymus über die Evangelien, s. Murr II. 274.

282) Gr. Wundarzn. Beschlussrede des zweiten Tr. des zweiten Buchs S. 99._ An

einer andern Stelle (ebend. B. 2. Tr. 2. Cap. 1. S. 1 9.) tadelt er sein Buch de meteoris.

Wie wenig Luther, als Gegner der scholastischen Philosophie, auf Aristo­ teles hielt, ersieht man aus dem Briefe an seinen Jugendfreund Langen vom8. Febr. 1516. Epist. T. I. p. 10. Ihenae. 1556. 4.

283) Von Corrigirung der Imposturen. Cap. 16. S. 171.

2S4) Vom Ursprung der Frantzosen. B. 3. Cap. 14. Chir. S. 213,