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wir handeln, dasselbig soll nüchtern beschehen, mit der Forcht Gottes, und ,nicht so leichtfertig: dann die Leichtfertigkeit macht auch einen guten Handelungerecht, wirfft offt einen guten umb” 352 ). “Der die Natur nit kennt, derliebt sie nicht. Derselbig, der also nichts erkennt, veracht sie, sein Bauchist sein Gott ” 333 ). “Das höchst und das erst Buch aller Artzney heisst Sa-pientia, und ohn diss Buch wirt keiner nichts fruchtbares aussrichten., "Wasist Weisheit? als allein die kunst, dass ein jeglicher sein officium wisse undkenne” 354 ).
Sodann wird von ihm ausgesagt, dass er unsauber einher gegangen, undwenn er auch öfter ein neues Kleid angezogen, dieses bald so beschmutzthabe, dass man sich seiner hätte schämen mögen 333 ). In wie weit sich die-ses so verhalten , wird sich nicht ermitteln lassen. Da er jedoch bei vorneh-men Herren beständig Zugang hatte, so möchte jene angebliche Nachlässigkeitnicht allzu viel Grund haben. Er liebte und empfahl einen einfachen Anzugund hielt sich über die Aerzte auf, die durch äussera Putz, durch Talar,“das Haar fein gestrelet und ein rothes Barett darauf”, durch kostbare Piingean den Fingern und dergleichen mehr, dem grossen Haufen zu imponirensuchten 356 ). Dazu kommt, dass er häufig mit chemischen Arbeiten beschäf-tigt, den Besuchenden nicht immer in den reinlichsten Kleidern sich präsen-tiren konnte. Sagt doch selbst sein Gegner von ihm 337 ): “Immer hatte erseine Laboriröfen im Gange, indem er bald irgend ein Alkali, bald ein Oeldes Sublimats oder Arseniks, bald einen Eisensafran, bald ein wunderbar-liches Opodeldoch brauete und kochte”.
Das Mährchen, er sey gewöhnlich mit einem Henkerschwert ausgegan-gen, bedarf wohl kaum einer ernstlichen Widerlegung, denn woher weiss
352) Grosse Wundarzn. B. 3. Cap. 7. S. 142.
353) Labyrinth, med. Cap. 9. Th. II. 231.
354) Ebend. Cap. 1. Th. I. 197.
355) Oporin in seinem Briefe: Singulis fere mensibus vestem novam sibi fieri cu-
. rabat, et priorem cuivis obvio douabat, sed ita conspitrcatam etc. . . numjuam
se' exuit.
356) Paragrani alt. Tr. 1. Th. I. 116.
357) Oporin bei Sennert p. 188. — M. vgl. Kl. Chir. B. 10. Cap. 1. S. 302.