Buch 
Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
Entstehung
Seite
97
JPEG-Download
 

97

niglen sie das Reine vom Unreinen. Das ihnen zustehe, behielten sie; dasandere würfen sie durch ihre Röhren zum Munde hinaus 432)

Man sage, die Lungen bliesen dem Herzen zu, dass dieses Kühle habe;allein die Kühle, welche jene machen, diene dem ganzen Leibe 433)

Es komme auch nicht alle Hitze vom Herzen, sondern ein jeglich Gliedhabe seine Hitze von sich: selbst 434 ).

Die Zeugung geschehe einzig durch den Saamen 435); "Was jedoch denMenschen bilde, das sey unsichtbar. Die Frau sey nur die Welt, in der ergeboren werde. Wie Gott den Menschen nach seinem Bildnisse anfänglichgeschaffen, so thue er es noch 43 £). Das Kind entwickle sich im Leibe derMutter wie ein Gewächs in der Erde, das von einer Form in die andereübergehe 437 ). Ein guter Saamen bilde eine gute Frucht; wie jedoch dieFrau ihre eigene Krankheit in sich schliesse, so könne sie auch die des Man-nes in sich aufnehmen 438 ). Ein gewisser Einfluss der Einbildungskraft könnenicht in Abrede gestellt werden. Wie der Magnet das Eisen an sich zieheohne Hände und Füsse, so ziehe das Auge manches Ungreifliche in sich 439).

432) ebend. L. III. Tr. 4. Th. I. 167.

433) ebend. S. 171.

434) ebend.

435) Paramirum Tr. 1. Th. I. 12. Der mensch Ist ein mahl beschaffen corporallter,und weytter formirt ihn nichts, dann allein Ens Seminis, obn alle gestirn. Adamund Eva haben ihrn leib durch das geschöpf empfangen, und Ens Seminis, bisin zergeung der weit.

436) ebend. L. IV. De or. morb. matr. Th. I. 205. Der die Frawen sieht, der siehtMatricem viri, das ist, die Welt darinnen er geboren wirdt. Aber was das sey,das den Menschen fabrieiert, das sieht niemandts. Dann zugleicher Weise wieGott den Menschen beschuff nach seiner Bildtnuss, derselbige thuts noch.

437) Labyrinth, med. Cap. 10. Th. II. 233. Wie auff der Erden die gewechss erschei-nen, und -von einer Form in die ander kommen: Also sollend ihr auch wissen,dass das Kind in seiner Mutter leib, dermassen auch auffgehet.

438) Paramir. L. IV. De or. morb. matr. Th. I. 222. Ein guter Sahm macht eine guteFrucht. Am Samen ligt viel. Der Frawen Matrix ist gespalten: in ihr eignenkranckheit, und in die kranckheiten, so sie auss den Mannen haben und empfahen.

439) ebend. Th. I. 274.

13