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der Körper brauche 44S ); so würden überhaupt alle Absonderungen und Zer-störungen vorgenommen und durchgeführt 447 ).
Die besondere Art, welche der Einzelne habe, müsse als angeborneGabe betrachtet werden 448 ). Der Traum sey eine fliegende Art des Glau-bens 449 ). Der Geist würde aus unsern Gedanken geboren 45 °); im Kindesey desshalb noch kein Geist anzunehmen, weil es noch keinen vollkomme-nen Willen habe 45 x ).
Die allgemeine Pathologie, die früher sogenannte Philosophie des kran-ken Körpers, oder die Untersuchung der Bedingungen und Verhältnisse derKrankheit im Grossen, gehörte unverkennbar zu den Lieblingsgegenständendes Th., denn hier hatte er eine freie Bahn für eine selbstthätige Betrachtungund Prüfung.
In jeder Krankheit, so sagt er, habe man zu erwägen den Irrthum derNatur, oder die Art, wie sie gradweise über das angewiesene Maass hinaus-trete, dann die verborgene Wesenheit der Krankheit, und die bis auf ihnnoch gar nicht gehörig gewürdigte Zeit 4 52).
Die Krankheit ist ihm ein sehr relativer Begriff, weil die Gesundheit sosehr wechselt. Wie es nämlich in Betreff der Weiche mehrfache Grada-
446) Paramir. a. a. 0.
447) Grosse W. B. 2. Tr. 2. Cap. 11. S. 88.
448) Labyr. Med. Cap. 6. Th. II. 219. Das ein jedlicher sein besondere art hat, dasist donum, in das er geboren wirt.
449) L. 1. De orig. morb. invis. Th. I. 268. Was ist der Traum ahn ihm selbst alsallein die fliegend arth des glaubens?
450) Paramir. Tr. 4. De Ente Spirit. Th. I. 48. Das ist ein Geist, das aus unsernGedancken geboren wird, ohn materia, im lebendigen Leib: das nach unsermtod geboren wirdt, das ist die Seel.
451) ebend. S. 49. Ihr wissen, das kein Geist nicht ist in Kindern: dann der Voll-kommene will ist nit in ihnen. S. 50. Nach dem der Wille ist, also ist auchder Geist.
452) Von den Imposturen B. 1. S. 151. Das erst, die Natur an jr selbs, mit jremubertrettenden Grad. Das Ander ist, die Art die bey euch noch verborgen ligt.Das Dritt, die Zeit, deren sie bissher nie gedacht haben.
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