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tern heissen, were nicht Artzneyisch. Dann Blatern hat ein andern Ursprung.Auch sind die Frantzosen ein newe Kranekheit, und sollen mit kein altenNammen befleckt werden” In der Arche Noäh sey sie nicht gewesen, son-
dern im Neapolitanischen Heereszug “mit überzwercher Ordnung gemacht Sioy\“Die Kranekheit der Venus ist nichts als ein sluprum Nalurae” e51 ). Schwel-gerei habe sie hervorgebracht; dem Manne Lepra und der Frau Cambuccaverdanke dieser Maulesel seinen Ursprung 652 ). Keine Krankheit sey demAussatz so nahe gekommen, als diese 653^ Eine Transmutation habe Stattgefunden 6ä4 ).
Die Zeit des Ausbruchs könne ohngefähr im Jahre 1470 oder 1480 an-genommen werden 655 ). Auch früher hätten beide Geschlechter einanderKrankheiten zugefügt, “doch nicht Blaterische art” 656 ). Die Tinctur, d. h.der Ansteckungssloff, sey für ein und allemal gebildet worden, und er erhaltesich fort und fort einzig durch seinen Saamen 657 ).
Die Kranken würden von den Aerzten ärger als arg behandelt. Derräuchere 15 mal, der schmiere 15 mal; jener führe einen Jahrelang im Holzherum; einer jage in den Leib einen Vierling Quecksilber, ein anderer einhalbes oder ganzes Pfund; der eine bringe es fliessend bei, der andere pul-verisirt, calcinirt, präcipitirt, sublimirt und welche schöne Namen alle diesemunerlaubten Thun beigelegt würden 658 ).
649) Gruss allen Artzten. Vor der kleinen Chirurgie. S. 249.
650) Grosse Wundarzn. B. 3. Cap. 3. S. 135.
651) Vom Urspr. der Frantzosen. B. VI. Cap. 4. Cliir. S. 230.
652) Grosse Wundarzn. B. 2. Cap. 7. S. 67 und S. 135.
653) Vorrede in das 3le B. der Grossen Wundarzn. S. 127.
654) Kl. Chir. B. 4. Cap. 5. S. 273.
655) ebend. S. 272. Vom Urspr. der Frantzosen. B. 1. Cap. 3. Chir. S. 191.
656) Kl. Chir. B.4. Cap. 4. S. 273. Biss auft den Ursprung der Frantzosen ist auchbeschehen, das zu beiden seiten vil Frawen und Mann einander Kranckheitenzugefiiget haben, und doch nicht Blaterische art. Das mag nit widerredt wer-den , anders, dann das die Frantzosen ein vermischte Kranekheit ist von allenzusammen gesetzt.
657) Grosse Wundarzn. B. 3. Cap. 7. S. 141.
658) Vorrede über das Buch Paragranum. Th. II. 19.
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