94 Mannigfaltigkeit
Hakgekloch schikte rtzm Erzstuftn und Schiefer zu untersuchen : und Graf AlbrechtGeorge zu Stolberg verlangte den Prozeß zu wissen, wie man aus Eisensteine»könte Kupfer machen; welches Thurneissern ein leichtes seyn solte. Der LandgrafWilhelm zu Hessen schrieb >'m November 1579 an Churfürst Johann Georgen?)und legte einen Abdruk eines Steins in Gips bei, auf dem man fremde Buchsta,ben, die vielleicht arabisch oder hebräisch wären, fände, und ersuchte ihn: er möchtebei Thurneissern erfragen, was es mit diesem Steine für Bewandnis Hätte; erwäre auf dem Bergwerke, welches der Landgraf George in der ObergrafschaftKaHenelnbogen angelegt hätte, gefunden worden. Thurneisser war zu der Zeitnach Basel gereiset: der Abdruk und seine Erklärung sind nicht mehr vorhanden.
Wie es durch seinen erftenKalender bekant wurde, daß erdasNativitätstelle«verstand, und erüberal so wol mündlich als nachmals in seinen Schriften öffentlkchversicherte : er hätte dem König Skgismund August von Pohlen, der r;/:. starb,ohne Aberglauben und Teufelskünste, das Jahr, den Monat und den Tag seinesTodes vorher gesagt: so brachte ihn solches in einen ungemeinen Ruf. Es fände«sich zwar verschiedene Aerzte, die wegen der damals gewöhnlichen Verbindung derAstrologie mit der Arznekwissenschaft, sich zum Nativitätstellen gebrauchen liessen:allein Thurneisser erwarb vor allen andern das Vertrauen von ganz Teutschlandund der benachbarten Königreiche, so daß ihm öfters blos aus einer fürstlichen,gräflichen, oder andern angesehenen Familie, zwölfund mehr Geburrsstunden miteigenen Boten, deren mehrere in einem Tage ankamen, zugeschikt wurden; undauch die von andern ausgearbeitete Prognostika legte man ihm zum Gutachten undzur Durchsicht vor. Seine Kalenderprophezeiungen machten ebenfals ein großes
Aufsehen,
«) Bei dieser Gelegenheit meldete der Landgraf Wilhelm in einer Nachschrift V0M29.N0V.1579: daß in diesem Herbst die Schweinhatze so gut ausgefallen , daß 902 Saueerlegt worden. Von der Antwort des Churfürsten findet sich eine Abschrift unter Thur-«eissers Papieren, gegeben zu Vötzow, den 15. December 1579 : „ daß Thurneisser„ nicht einheimisch, und mir Churfürstl. Erlaubnis in feine Heimat gereiset wäre. Lei„ seiner Wiederkunft solte ihm des Landgrafen Schreiben gegeben werde», dem derChue-„ fürst dagegen meldete, es wären in diesem Herbst in der Mark Brandenburg an Wild„gefangen und geschossen worden: 436 Hirsche, 190 Stük Wild, 4 Baren, iz6z„Schweine, 150 Füre, und ein Gehörne hätte l 8 Enden gehabt/«