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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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93
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Thumeissers Beschäftigungen/ 9z

feines Ruhms, als sein Eigentum zu gebrauchen: ohn« daß er merken ließ, wie erdazu gekommen war. Durch dergleichen gelehrte Tafchenfpkelerkünste, und durchseine eigene große Käntnks und Erfarungen in Vielen, damals weniger bekanten,Wissenschaften und Künsten, hatte er sich in solchen Ruf gesezt, daß man ihn ausnahen und entfernten Ländern über allerlei Dinge um Rath fragte, die gar nichtzur praktischen Arzneiwissenschaft gehören, und daß auswärtige Fürsten ihn selbstdarüber zu sprechen wünschten. Wir wollen nur einige davon anführen-

Kaum hatte er sich einige Zeit nach seinerAnkunft hier im Lande, zu Frankfurtaufgehalten: so schikte ihm die Markgräfin Katharina, geborne Herzogin zu Braun-schweig, Markgrafen Hansens Witwe, verschiedene Alaunerze, um sie von ihmprobircn zu lassen, und seine Meinung darüber zu vernehmen. Sie nötigte ihnüberdem, nach Küstrin zu kommen, und einige Tage da zu bleiben, damit der Pro-visor, den sie in ihrer Apotheke hätte; von ihm allerlei Tinkturen zu machen lernenmöchte. Wie er sein Buch Pison, und seinen ersten Kalender auf das Jahr157z beide zu Frankfurt i;72. herausgegeben Hatte: so kamen Salzbrunnen,Mineralien, Anfragen über chymische Prozesse, auch Laboranten, Provksores,Geburtsstunden, Nativitäten, Prophezeiungen und Anfragen von allerlei Art undaus allen Orten an. König Friderich II. in Dänemark verlangte, daß er denverdorbenen Salzbrunnen zu Oldesloe untersuchen möchte, weil er ihn wieder erhe-ben und bauen wolte; er trug ihm zugleich an, daß er sich zu Aufsuchung derHauptquellen möchte gebrauchen lassen, die Herzog Heinrich der Löwe vormalsverschüttet hatte. Es findet sich aber keine Nachricht, daß Thurneksser den Auftragangenommen: und erst 1750 ist dieser Salzbrunnen wieder hergestclt worden. AusZabeltkz, welches einem von Pflug gehörte; wurde ihm ein Faß mit Salzbrunnenzugefchikt, um dessen Gehalt zu untersuchen. König Stephan von Pohlen ließihn durch den Stanislaus Bojanowsky einladen, nach Warschau zu kommen: derKönig wolte ihn gerne sehen und mit ihm wegen der Bergwerke sprechen, undwürde deshalb an den Churfürsten schreiben lassen Er fügt hinzu: der König wäreein großer Liebhaber der Chymie, und könre Gold machen; allein es wäre so subtil,daß, wenn es auf den Test flösse und nicht wohl vermacht würde, so flöhe es davon.Thurnrisser würde wol Rath dazu wissen. Graf Joachim Ernst zu Hohenzollern

M z Haiger-