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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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104
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ro4 Nachricht von Thurneissers Schriftgüsserei.

Die Schriften zu Thurneissers Drukkerei wurden teiis in Wittenberg vonZacharkas Lehman» gegossen, teils durch die Buchhändler Simon Hütter in Frank,fürt am Main und durch Joachim Lochner in Nürnberg besorgt. In Wittenbergwaren zu der Zeit, wegen des häufigen Bkbeldruks, nicht allein verschiedene Druk,ker, sondern auch drei Schriftgiesser. Zacharkas Lehmann hatte Thurneissern überzwei hundert Kalenderzekchen, und grobe Schwabacher Frakturen, wie auch kleineSchriften, desgleichen Parencheses, Ziffern und Unterscheidungszeichen geschikt.Engelbert KrechtingS Witwe versorgte ihn mit Versalien, und Fridrich BerwaldMit groß Quadrat, Kursiv, und anderer Schrift. Die Preise dieser Schriften,die er im Jahr 1574 erhielt, wke er seine Drukkerei in völligen Stand sezte, sindfolgende: Sekunda Fraktur, grobe Antiqua, grobe Romana, grobe Kursiv«,terzka Fraktur, den Zentner zu r.2 Taler, und ausserdem die Matrizen zu leihen,von jeder Schüft fünf Floren; den Zentner grobe Schwabacher Schrift mitGüsserlohn 18 Floren. Der Zentner Zeug wurde zu io Floren und das Güsser,lohn zu 8 Floren angeschlagen. Ein und ein halber ZentnerQuadratschrift kostetezz Floren; Mittel Fraktur und etwas Kursiv i Zentner 20 Pfund, r 6 Taler6 Groschen; kleine Schrift der Zentner r.4 Taler. Fünf Pfund Farbe «inenFloren; zu einer andern Zeit sex Pfund für 27 Groschen. Farbe und Formschnei-derklingen wurden aus Wittenberg verschrieben; woselbst Zacharkas Lehmann damithandelte. Irr demselben Jahre lieferte Hans Schwerte!, Buchdrukker zu Mitten,berg, eine Drukkerpresse nebst Zubehör und Sezkasten für 40 Taler.

Da sich die Schriften bei dem vielen Gebrauch sehr abnuzten, und er zu seinemOnomastikum sehr viele Alphabete in morgenländische» Sprachen gebrauchte: solegte er selbst eine Schriftgüsserei an, in welcher schon 1576 viele Schriften gegos.sen wurden. Im Jahr r ;8» war Veit Bretschneider zum Schriftgüßer angenom«men worden; weil er aber keine Matrizen zu den hebräischen und andern morgen,ländischen und fremden Sprachen verfertigen konte, so muste der Goldschmid zuBerlin Andreas Dlndenberg die Punzen dazu verfertigen.

Zu den Stökken und Leisten in Büchern, und zu den Planeten und Zeichenkn den Kalendern, hatte er, weil ihn Eichhorn nicht förderte, bereits gegen dasEnde des Jahrs 1571 besondere Formschneider in Diensten genommen, als:

Daniel