n6 Thunieissers Dmkkerei.
anführen, und daß Kamerarius (nach Thurnekssers Abzug aus der Mark) die ersteKarte dieses Landes in Gerhard Merkators Atlas lieferte, ist aus des berühmtenund gelehrten Herrn Ob.Corrsist. Raths Büschings Topographie der Mark Bramdenburg bekanr.
Aus den vorher angefürten und sorgfältig zusammen gelesenen Nachrichtenvon Thurnekssers Buchdrukkerek, ist nun deutlich zu ersehen: daß er alle Müheangewendet, ihr vor andern große Vorzüge zu verschaffen. Sie war mit gutenund gewöhnlichen lateinischen und deutschen Schriften von allerlei Art reichlich ver«sehen: und hatte einen Vorrath von hebräischen, griechischen, syrischen, abyßinischen,arabischen, persischen, türkischen und andern Lettern; wozu die Matrizen unter derAussicht des Professors Hutter zu Leipzig, der deshalb herreisete, geschnitten worden.Man findet imOnomaftikum und in andern Schriften, die seit r 5 Zobel ihm heraus»gekommen, häufigeProben davon. Sein Papier ist ausgesucht und gut, der Drukrein. Viele von seinen Verlagsbüchern sind mit Leisten, Figuren und allerleiZierraten und typographischen Schönheiten dieserZeit reichlich versehen, und sogarüberhäuft: wovon das Herbarium ein Muster abgeben kan; in welchem außer sexund dreißig Kräuterstökken, deren jeder eine besondre Einfassung Hat, noch überhundert und zwölf überflüßkge und sehr entberliche Figürchens und zwölf astrologi»sche, eingedrukt sind. Er hielt in seiner Buchdrukkerek auf geschikte Formschneiderund andere Künstler; und da er Ekchornen die besten entzog: so brachte er esdahin, daß seine Druckerei die andern hier im Lande, und auch viele auswärtige,weit übertraf. Diese Vorzüge machten sie überal so berühmt, daß gelehrte Pro-fessores, selbst aus Basel, herreiseten, um hier ihre Schriften drukken zu lassen.Der Professor Adam Henrkcpetrk besuchte ihn 1578 auf einer Reise in Geschäften,und bezeigte seine Verwundrung über die Einrichtung des Ganzen, und über dieVerständigkeit und Mannigfaltigkeit seiner Tnpm. Es findet sich auch ein Empfeh,lungsfchreiben des D. Andreas Petrus zu Basel voni;8z, worin er ihm meldet:„daß Brlefzekger, der gelehrte Ebertus, ein der griechischen, hebräischen, chaldäü„sehen und syrischen Sprache sehr kundiger Professor daselbst, z„ Thurneissern„reiscte, weil er ein mögliches Büchlein bei ihm walte drukken lassen, wozu er chal-„däische und syrische Buchstaben bedürfe; und bittet, ihm darin zu wilfahren."
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