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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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122
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Thurneissers Kalendek.

Markgraf war damit sehr heimlich; kaum aber hatte es die Markgräfin Katharina,seine Gemalin, erfahren: so ersuchte sie Thurneissern, „ihr einen Almanach zu„schikken, fein deutlich und eigentlich beigefchrieben, wie man jegliches verstehen„soll, und ihr nichts verhalten, so wie er ihn ihrem Gemai gefchkkt hätte." DemAdministrator in Preussen, Markgrafen George Friderich hatte er dergleichenAuslegungen der Buchstaben, nur auf die Monate Januar und Februar i;8; bei,geschrieben, zugeschikr; wofür er ihm dreißig Taler auszalen ließ, mit Bitte, fürdiesesmal damit vorlieb zu nehmen. Er ersuchte ihn auch, in den andern Monatenauf alle Tage die Begebenheiten zu fpezifizkren: seine Erkäntlkchkeit würde nichtfehlen. Auf der königlichen Bibliothek ist ein, mit Papier durchschossener und inSamt gebundener, Kalender von r;8o, wo er dergleichen Prophezeiungen, wiees scheint, im voraus zum Dienst der Markgräfin Katharina erklärt hatte, undbekschreiben lassen; und da er aus den Nativitäten der fürstlichen Personen Glükund Unglük wußte: so warnete er zuweilen darin, und schrieb ihnen und den fürst,kkchen jungen Herrschaften Diät, Lebensregeln und, an gewissen Tagen undKsnstel,lazionen zu gebrauchende, Arzeneien vor.

Auch die gedrukte Zuschriften der Kalender an fürstliche Personen, brachten«in ansehnliches Geld ein. Derzog Johann Albrecht von Meklenburg-Schwerinschikte ihm zehen Goldgulden; Herzog Ulrich zu Güstrow, ein Liebhaber der Chymie,gab ihm für die Zuschrift des Kalenders von 157; sein Konterfait mit einer gol,denen Kette, und andere Fürsten machten ihm ebenfals wichtige Geschenke.

Niemals würden seine größer« Werke einen so vorteilhaften Gewirr gebrachthaben: wenn er sich nicht eines besondern Kunstgrifs bedient hätte, sie bei denreichsten und vornehmsten Personen, und bei fürstlichen Höfen anzubringen. Mitvielen war er Krankherts wegen in Brkefwcxel, die sich seiner geheimen ehymischenArzeneien bedienten. Er hielt eine Menge Schreiber in seinen Diensten, deren ersich zum Abschreiben seiner unleserlichen Konzepte zum Druk; wie auch der alchy,mischen Prozesse und Handschriften; zum Briefwexel, und in Ermangelung derPosten, zum Verschikken mit Kalendern, Büchern, Arzneien und Olitäten ankönigliche, fürstliche und an andere vornehme Personen bediente. Blos in denJahren 1579 und l;8o kommen Burchard Speidel, Thomas Weigelt, Paul

Leipold,