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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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140
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r4v Thumeissers Silbergeschirr und Gemälde.

geräumigen Hausfluren, stat der Kronleuchter, zu hängen hatte. Thurneksser ließsich 1576 dergleichen Hirsch von Silber, durch den Goldfchmkd Simon Adelhäuserzu Kolbus, verfertigen und vergolden, der einige Monate nebst drei Gesellen undeinem Jungen täglich daran arbeitete. Thurneksser schikte ihm das Silber; derAnfang wurde mit fechszehn Mark gemacht; es folgten von Zeit zu Zeit sex, achtund mehr Mark nach. Die Goldschmiede zu Berlin hatten fo viel für den Hofzu thun, daß sie ihn nicht fördern konten: und der Churfürst selbst ließ ausser-dem viel Silberzeug in Leipzig machen; wovon Thurneksser die Kommißionhatte. Von Trknkgeschirren und andern Gefäßen, die er teils selbst machen lassen,teils von großen Fürsten und selbst vom Kaiser Maximilian geschenkt bekommen;hatte er einen fo großen Vorrath, S. i oo. daß Lökek °) oder vielmehr Haftiz, dasGewicht seines Silbergeschirres auf neun Zentner bestimmt: er beruft sich auf dieInventur des Raths zu Basel. Thurneksser faustete auch kunstreiche Gemälde undfürstlicher Personen Bildnisse: vorzüglich aber hielt er auf eine gute Bibliothek.

Die Wissenschaften wurden in der Mark, in der lezten Hälfte dieses Jahrhun-derts, mit gröstem Eifer getrieben: und man faustete BücherschäHe als die sicherstenHilfsmittel, um darin weiter zu kommen. Unter den juristischen Privatbibliothe-ken, waren die Büchersamlungen des Bürgermeisters JohanAgrikola Eisleben, desTheologen Sohns, der Kammergerichtsadvokaten Lukas Gaulrapp, M. ErnstVierkz, Georg Krausens und Burchard Rafus, fünf berühmter märkischer Rechts-gelehrten, sehr vorzüglich. Seidel und Zakobi?) haben von ihnen ausführlicheNachrichten gegeben. RafuS vermachte seine Bibliothek der hiesigen Nikolai-kirche Y, die nachmals Martin Pascha, Bürgermeister zu Berlin, ein großerRechtsgelehrter, mit Erlaubnis des Konsistorii zu seiner für sich schon ansehnlichenBibliothek kaufte. Aus der Büchersamlung des Hofapothekers Michael Aschen-brennerö, der ehmals Thurneissers Lehrling war; sind noch viele Bücher so wol in

der

-) jhkel im K. Gehekmen Archiv. S. 587.

-) 5. k.läcosi Nvßis LrsnrienbnrZics, ir. Seidels noch migedrukte Nachrich-

ten von märkischen Gekehrten.

Küsters A. und N.Berlin, l.l. x. 1010.