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dennoch wurde er mit diesem Uebel befallen. Die reine, dknne, feine Luft derAlpen, die Milchspeisen und dortige Lebensart, die Jünglingsjahre, nicht aljulaageEntfernung vorn Vaterlands und dessen Sitten, die Liebe zu den Eltern, zur Freuhekt, zur vaterländischen Religion, dieReglerungsform und derKuhrekhen, als dieangebliche Veranlassungen zum Heimweh, konten unmöglich auf Tchurneissern inder Art wirken. Er war nicht in der feinern Luft der Alpen, sondern in der StadtBasel geboren: seit seinem achtzehnten Jahre von der Vaterstadt entfernet und sexund vierzig Jahr alt, wie ihn zuerst die Krankheit überfiel. In einer acht undzwanzigjährigen Abwesenheit aus dem Vaterlands, war er einer abwedelnden Lebens-art und vielerlei Klima auf seinen Reisen gewohnt worden, und seit sex Jahrenlebte er hier im Lande, und fand die hiesigen Lebensmittel völlig nach seinem Ge-fthmak; indcin er so gar deren Güte und Vortresiichkekc noch bei der ersten Reise,sowie die Fruchtbarkeit der Mark Brandenburg gegen die Basier Bürger verföchte,die nicht glauben wollen: daß man in der Mark Oxen fett machen, hinreichendKorn ö) bauen, und an Fischen und Krebsen Ueberfluß haben könte. Seine Elternwaren tot; aus Furcht vor dem Gefängnis war er mit Schande aus seinem Vater-lands entflohen; wo ihm die Gesetze und die Regierungsform weder Sicherheitseiner Person noch seines künftig Hinzubringenden Vermögens versprachen. Esfinden sich keine Spuren, daß er zu Berlin der Religion wegen Anfechtung gehabt:er stand mit den Hofpredigern in guter Freundschaft, und hat sich, nach SeidelsHandschrift, jedesmal am Churfürstlichen Hofe gottselig und lutherisch gestellet.Weil er auf seiner Flucht katolisch wurde: so lag ihm die Religion seines Vater-landes wol nicht so sehr am Herzen. Alle die vorher angefürte physische, zum Teilauch moralische Ursachen, konten bei diesen Umständen weder einzeln noch zusammengenommen, unmöglich auf Thurneissern einen so mächtigen Eindruk machen, daßer alles anwendete, um in sein Vaterland zu kommen. Wir wollen die gelegent-liche Ursachen aus seiner noch übrigen Lebensgeschkchte samlen, so wie sie nach undnach auf ihn gewirkt haben; sie werden zu erkennen geben: daß öfters das Heim-weh, so gut als die Hypochondrie, aus bloßen moralischen Ursachen entstehen kan,
und
*) Ausschreiben!. S.72.