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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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Heimweh. i;i

so, wie die Drukker, ein höheres Wochenlohn, weil sie zur Pestzekt da geblieben.Der Churfürst merkte, daß er tiefsinnig, nachdenkend und niedergeschlagen herumging; er wendete vor: er sey darüber betrübt, daß er die Bücher, so er zu der Feitauf des Churfürsten Befehl drukte, nicht fördern könte; welches dem Churfürstenund seinen Hofpredigern unangenehm seyn müßte. Um ihn zu befriedigen, schlugder Churfürst vor: die Drukkerek nach dem Kartaus zu Frankfurt, der vor demThor in gesunder freier Luft läge, zu verlegen, den er ihm einräumen wolte; welchemaber viel Schwierigkeiten entgegen standen, die ihn mehr niederschlugen, als auf-munterten. Denn der berühmte D. Kaspar Hofman zu Frankfurt, hatte eine RedeKalorie immmente <i) zu der Zelt, bei einer, Magisterpromozion gehalten, dieThurneissern beschwerlich fiel. Hofman war nicht einer von den gemeinen Aerzten,die ihre Hauptwissenschaft aus der Verbindung mit den andern herausrekssen, undein bloßesBrotstudkum oder gar ein Handwerk daraus machen: sondern ergehörteunter die seltenen Aerzte, die das Feld aller Wissenschaften, die damit zusammen-hängen, und auf welchen sie sich gründet, durchforschen, mit Philosophie undHistorischer Kritik den Wust der Jrtümer und der Vorurteile darin wegräumen, unddie übrig bleibende Wahrheiten überdenken; und denn wieder zur Aufklärung derHauptwissenschaft anwenden. Er hatte in dieser Rede die Hindernisse gezeigt,welche jeder Fakultät und jeder Disciplin in seinem Zeitalter im Wege standen; daßsie nicht allein keine weitere Fortschritte machen könten: sondern auch die Ursachenangeführt, warum man in einigen Disciplinen so gar rükwärts ginge. Wie er in seinerRede die Arznekwkssenschaft berühret: so lobte er die Chymie als sehr nüzlich, umdie Käntnisse der Aerzte zu erweitern: allein ein bloßer CHymikus bilde sich zu viel

ein,

Es ist diese vortrefliche Rede zu verschiedenen malen wieder aufgelegt worden. Dieneueste Ausgabe hat Joachim Negelein, der gelehrte Prediger zu Nürnberg, veranstal-tet, der sie seinem vo lles Iiikergriui,^orin,b. 172.6.8vo. beigefüget und so wie andere,den berühmten Pros. Kaspar Hofman zu Altdorf für den Verfasser angegeben hat: ohn-geaclnet unser Frankfurter Hofman nicht allein I c. p. 22z den D. Guarus Wigandseinen Schwiegervater, sondern a»ch den berühmte» Valentin Trotzen orf seinen Lehrerncnt. D. Wigands und seines Schwiegersohns Leben ist in der Geschichte der Wissen-schaften in der Mark Brandenburg S. 55Z. und S. 556. beschrieben worden. Tro-tzendvrf starb 1556 und der altdorsische Kaspar Hofman wurde erst 1571 geboren.