Heimweh. 159
Ergab ein ansehnliches Kapital in jertrenten Summen aufZknsen oderGültebrle-fen, und legte auch vieles Geld auf Ländereien und Weinberge an, und bedingte sichnach damaligem Gebrauch Naturaljknsen in Korn, Anken (Butter) und Wein aus.Wie er nach Berlin zurük kam, schkkte er beide Töchter, die er bei einer Rathsherrn-frau in die Kost gedinget, mit seiner Schlüsserkn nach Basel, daß sie daselbst sottenerzogen werden. Neun Wagen mit seinen besten Sachen, unter welchen künstlicheGemälde, königliche und fürstliche Bildnisse, Kunstbücher und Instrumente, sil-berne kaiserliche, königliche, chur- und fürstliche Gnadengeschenke r) u.dgl. folgtennach, wie auch seine Bibliothek und die trokne Kräuterbücher.
In seiner Abwesenheit war zu Berlin eine besondre Schrift des D, Joel,Professors zu Gryphswalde, angekommen, der ihn darin §) der Zauberei beschüttdkgte, wie auch, daß er den Teufel in einem Kristalglase bei sich führte, den ver-schledne bei ihm gesehen hätten. Durch dessen Hilfe schriebe er in lateinischer,chaldäkscher, hebräischer und indischer Sprache, ohnerachtet er sie gar nicht ver-stände; er weissagte und prophezeite in seinen Kalendern, und da es öfters einträfe,so müßte es mktHilfe des Teufels und scknerGeister zugehen. Es machte ihmJoelsSchrift sehr viel Verdruß; sie bestärkte den gemeinen Mann in dem Verdacht, dener von ihm bereits gefaßt Hatte. Um sich Genugthuung zu verschaffen, schrieb erbald nach seiner Ankunft zu Berlin ün den Magistrat zu Rsstok, und bat: wennes ohne Zensur gedrukc worden, so möchte man den Buchdnikker Mittender bestra,fen; wäre es aber zur Zensur gekommen, so möchte man die Zensur und die Hand-schrift nachsehen, ob etwa der Drukker etwas hinzugesezt. Er Hakte sich auch anHerzog Ernst Ludewkg von Pommern gewendet, daß er Zoeln bestrafen möchte.Die Universität zu Gryphswalde gab Thurnekssern den Julius i;8o zu ver-stehen: daß Joel kn der ersten Instanz vor ihnen müsse gefordert werden, er möchtedaher seine Injurienklage durch einen Bevolmächtkgten eingeben; so solte ihm Rechtwkederfahren. David Chyträus, Professor der Gottesgelahrtheit zu Rostok, sein
guter
') AuSschr.w. S. 140.
-) Ue morbis et rebu; mgßictt krsncitci IOLI.IL LIeäici, kroftsi. in
^crä.Or^pbsItottoclüi, )o.Nilisnäri 1579. 410.