178 Flucht nach Italien,
Paulk und Buchholz sind, so wie Lökkel, dem Leuthknger und Hasch gefolqek,elner hat den andern ausgeschrieben und nach Gutdünken unerwkeftne Ansitzeeingeschaltet. Sie geben denen, die sich mit der bürgerlichen Geschichte der MarkBrandenburg befassen wollen, eine merkliche Erinnerung: daß sie weder den altennoch neueren märkischen Geschichtsschreibern, ohne historische Kritik, gerade wegnachschreiben dürfen.
Wenn man dkeUrsachen untersucht, warum Thurneisscr seinenHerrn, der ihnmit Gnade überhäufte, und sich sich seiner mit so vielem Eifer annahm, heimlichverließ, und mkt eknemmal aus einem Lande entwich, in welchem er großes Vermögengeschaft hatte: so gibt freilich die Goldmachers! sehr viel Verdacht; wie denn auchdie meisten Schriftsteller ihn falscher alchymistischer Streiche beschuldigen. Alleinin den ungedrukten Briefen, die zur Verfertigung seines Lebenslaufs gebrauchtworden, ist nicht die geringste Spur, daß er dem Churfürsten dazu Vorschlägegethan, noch daß ihm dergleichen Arbeit aufgetragen worden. Der Churfürst ver-abfcheuete die Goldmacher S. 8^-, die unter der vorigen Regierung unnütze Aus-gaben veranlasset, und die Schulden des Landes vermehret hatten. Eben so wenigist von dem Prozeß, den ihm der Churfürst nach seiner Entweichung machen lassen,die geringste Spur oder Nachricht vorhanden. Daß Thurneisscr sich in der Mittedes Jahres 1584 Heimlich aus der Mark begeben, hat seine Richtigkeit: und daßder Churfürst noch den 24. Februar desselben Jahres sich feiner gnädigst und öffentlichangenommen,davon sindschriftliche und qedrukceZengnisseS 169.1 ^z.u.f. angeführtworden. Auch der Churprinzliche Hof blieb ihm gewogen. Die Markgräsin Katha-rina hatte, seit Verstoßung derHerbrotkn 1582, seine beidenTöchter beksichgenom-men, und ließ sie zu Halle im fürstlichen Hoffrauenzimmer erziehen; wie er s löstin seiner Supplik an den Churfürsten anführt, und deren Briefe an ihren Vater erwei-sen. Der Chnrprinz Joachim Frlderich war ihm sehr gnädig, und brauchte ihn nochi;8z in seinen vertrauten Geschäften; wie ein von ihm abgelassenes Schreibendeutlich zeiget.
Thurneksser lebte in einem Lande, wo man ihn sehr leicht für einen Goldmacherhalten konte, weil er ein großes Laboratorium Und vi'le Laboranten unterhielt, Gold-tinkturen verfertigte und chymksche Prozesse verkaufte. Sein heimlicher Abzug
gab