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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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185
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und deren Veranlassung. lZ;

der Churfürst hatte Ursach genug, mit dem Inhalt und unbesonnenen Druk desAusschreibens unzufrieden zu seyn. Thurneisser hatte darin vieles zu seiner eigenenSchande und mit Heftigkeit erzählt, die ihn der Gnade seines Herrn fast unwirdkgmachten: und die Vorstellungen seiner Feinde, und derer, die sich über seinen Wucherbeschwerten, konten nun eher Gehör finden, da der Churfürst zum D. Hofmannvölliges Vertrauen gefaßt und Thurnekssern, alsArzt, entbehren konte. Ließ ihn derChurfürst fallen und seinem Schiksal ausgesezt: so war er hier im Lande verloren.Verschiedene Geistlichen zu Berlin hatten, seitZoels öffentlichen Beschuldigungen,wider ihn gepredkget, ihre Gemeinen gewarnet, und ihn des Kirchenbannswirdig geachtet. Er fand schon i zzo nötig ?), sich über sie zu beschweren: daßsie, wenn sie nicht viel studkrt hätten, wegen seiner Kalenderprophezeiungen gegenihn predigten, und ihn bei der Gemeine in Verdacht brächten, daß, wenn er seineKniender schriebe, ein Teufel in Mönchsgestalt bei ihm säße; der sie ihm dikrirte.Um sich noch mehr aus diesem Verdacht zu setzen, hatte er in den folgenden Kalendern,besonders in dem von i;8z fast bei jedem Tage, statt der Prophezeiung, einenVers aus den Psalmen, Propheten, oder einem andern biblischen Buche, angeführt,um die Theologen zu besänftigen: die aber nach Ausgabe seines Ausschreibens destoheftiger von allen Kanzeln auf ihn loszogen, und der Zauberei und anderer Sündenöffentlich beschuldigten. Im Ausschreiben hatte er selbst gestanden: daß er imWitwerstande mit seiner Schlüßerkn ein Kind erzeuget, deren Mann sie ehedemverlassen; die aber noch nicht von ihm nach Kirchengebrauch geschieden war. DieGeistlichen hatten also frei, ihn nach seinem eigenen Geständm'ß als Ehebrecherzur Kirchenbuße zu bringen, und den angedrohten Kirchenbann zu voizkehen. Dieviele Gnade, die der Churfürst, der Churprknz und deren Gemalinnen, für ihnbeständig gehabthatten; erregte den Verdacht: weil Thumeisser ein großer Schwarz-künstler wäre, daß er sie alle bezaubert hätte; wir Haftiz und Lökkel anführen-Wenn man sich aber des Charakters dieses Herrn «) erinnert, daß er in seinen Ent-schlüssen standhaft war, und daß er sich nicht leicht gegen einen Mann, der Feinde

- hatte,

?) Implerio §. XU. n. XV. Bericht auf die Klag der Theologen. Kap. 5.

Geschichte der Wissenschaften S. 541.

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