rog Fragmente zur Geschichte
bete sie, daß sie sich in seiner Gegenwart die Bärte abnehmen liessen. Um denKummer über deren Verlust einigermaßen »u vertreiben, ließ er sie mit achtzig Ge-richten in lauter silbernen Geschirren herlich rrakriren. Den abwesenden wurdendie Bärte auf dem Rathhause abgenommen, und er befal durch ein öffentlichesMandac: daß alle bärtige Mannspersonen im Erzstkft Magdeburg und Stift Hab»berstadt, soffen ohne Ansehen der Person (ausser den Predigern) sich die lange«Bärte, bis auf die Knebelbärte abscheeren lassen; das Andenken dieser Verord-nung wurde durch ein Lhronodkstichon §) erhalten.
Wie, viele Dinge in der Welt, so widersinnig sie auch scheinen, ihre gute Seitehaben: so hat sie auch die Verbindung der Chirurgie mit der Zunfr der BarbLrer;wir wollen einige Bemerkungen hinzufügen, aus welchen zu beurteilen: ob dieseVerbindung beizubehalten, oder abzuschaffen ist?
Frankreich hat den Teutschen so wohl in Ansehung der Moden, als auchin nüzlichern Dingen, besonders in Polizeianftalten, in Manufakturen u. s. w.verschiedene nachahmungswirdige Beispiele gegeben, und im gegenwärtigem Jahr-hunderte sich eifrig bemühet, nicht allein die Wundärzte von den Barbkrern abzuson-dern, und die neue Einrichtung der erster« auf einem bessern Fuß zu setzen: sondernauch verschiedene andere Zünfte gänzlich aufzuheben, weil die Zunftgesetze zuweilenden Künsten und Wissenschaften hinderlich sind. Es haben diese Neuerungen dieAufmerksamkeit benachbarter Staaten erreget: und die Neigung der Teutschen,alles nachzuahmen, will sich auch darin zeigen.
König Ludewig XV. suchte den vielen Streitigkeiten unter den Aerzten undWundärzten, wegen der mit leztern verbundenen Barbirer, dieJahrhunderte gedauertHatten, und die wir zu einer andern Zeit ausführlicher beschreiben wollen, 174;durch einen Machtspruch ein Ende zu machen. Er legte beiden Teilen ein Stil-
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