der Chirurgie rc. uz
ketten, die erst müssen überwunden werden, ehe man die atte Verfassungen gänzlichumschmelzen kan, in Erwägung zu ziehen. Es bleibt zur Zeit nichts übrig, als sovielmöglichst den Unterricht der Lehrlinge zu verbessern; wozu mein wirdkger alter Freund,der Herr Generalchkrurgus Theben *) sehr nüzliche Vorschläge thut, die alle Aufmerkesamkeit und Unterstützung, um sie gehörig auszufüren, verdienen.
In den königlich preußischen Staaten wird zwar die Verfassung mit den Lehr-lingen eben so, wie sie vormals in Frankreich war, beibehalten: sie Hat aber auch ihreVorzüge. In Frankreich wird bei jedem Regiment nur ein Chirurgie» major und seinGehilfe besoldet. Deshalb-werden in den Garnisonen die Kranken des Regimentsgemeiniglich in Skadtlazarete gebracht, und von Spitalchirurgis besorget; derenAnzal ist nach Proporzkon nur geringe. Dieses und die neue Einrichtung verursacht,daß jezt in Feldzügen die zu den Feldlazarett» nötige Wundärzte, aus dem Elsaß undanderen teutschen Staaten, mühsam müssen zusammen gesucht werden. Dennvkelevon den so genanten Majors finden dasFrisiren und Rasiren bequemer, als den Dienstim Feldkazaret ; sie bleiben zu Krkegeszekten lieber in großen Städten, wo sie Na-rung und Vergnügen finden: und die Zal der Wundärzte vermindert sich, seit derneue» Einrichtung, außerordentlich. Die königlich preußischeRegimenksfeldschererhaben die Erlaubnis, daß sie Lehrlinge anziehen können, und diese haben mit demRasiren wenig zu thun; es bleibt ihnen also mehrZeik, die Chirurgie unterguter Anfüh,rung zu erlernen, übrig, und sie werden, wenn sie die gehörigen Zahre und Fähigkeitbesitzen, alsKompagnkefeldschererangestelt: wo sie denn, sowie die übrige, unter derAufsicht des Regkmentsfeldscherers die Kranken des Regiments sowol kmQuartier,als im Regimentslazaret, besuchen, Rapport abstatten, und deren Kur besorgenhelfen; auch bei vorfallenden Lcichenöfnungen in den Regimentslazareten, haben sieGelegenheit, ihreKäntnisse zu vermehren. In Berlin liegt eine starke Garnison,bei jedem Infanterieregiment bekommen zwölfKompagniefeldfcherer freieWohnung
Dd z und
') Unrerricht für die Unterwundarzte bei Armeen. Berlin 1 778. 8vo. Vorrede. Man fin-det in diesem sehr lehrreichen Buche S. >. u- f. eine gründliche Nachricht vom Zustandeder Wmidarzneikunst unter der preußischen Armee, besonders zu Berlin.