zu Nriegs» tmb Lridens * Seiten*
41?
Und dieweil discr Zeit die Büchsen in dem Krieg starck gebraucht BtV «me»Werden / so gibt die Oberkeit den Büchsen - Schützen Gaaben/^aoMdarum zuschiessen/ nicht nur in denen Städten / wie mehrtheils in genU-essmDeutschland geschchet/sonder auch in vilen grossen Dörfern / da die s^umich-<andleuthe ihre Zilstarren haben: Ja man gibt auch den KnabenGaaben mit dem Bogen zuverschiessen / damit sie sich in demselbigenÜben / und darnach zu andern? Geschoß tüchtig seyen.
Deßgleichen haben sie andere kurzweilige Uebungen / welche auch Rri-sWeein streitbar Gemüth anzeigen; dann so sie Nirchweybenen/ Hoch- u^r-ng«,Zeiten und andere derglerchen Fest haben / so ziehet die Mannschaftwit Trommeln und Pfeiffer, herum / und wird dem Bräutigam einbesondere Ehre bcwisen/wann ihrer vil/ ob sie schon nicht"auf dieHochzeit geladen / mit Buchsen und Spießen der Hochzeiterin / sosie frömd ist / entgegen ziehen / oder sonst mit Trommeln und Pfeiffenihme zu Ehren in der Ordnung umher ziehen.
Es geschihet auch oft/daß junge Rnabenvon 8. bis is. Jahren werde»ihre Fähnlein haben / mit der Trommel umher ziehen/undBüchsen/ ™»rügendSpieße und Helleparten tragen / da einer doch vermeynte/ sie solten Ach»-?,ein solches Gewehr nicht angreiffendörffen oder tragen mögen. Undwiewol sie VeZerium und andere so von Kriegs-Künsten geschritten/nicht gelesen haben / auch niemand ihnen solches geborten hat / so tra-gen sie doch von Natur eine Liebe zun Waaffcn / und gewöhnen sichselbst von Jugend auf/ daß sie wol unter dem Spieß hereintrettenkönnen. Ee e 2 An
aber das heutigeKriegs - Wesen der Eydgenossen ansitzet/ so wollen zwahr
einige darsür halten / als wann disere Nation vil von der ehmaligen Dav-ferkeinmd Kriegs-Erfahrenheit verlohren; Wann man aber ihre Kriegs.
Uebungen/welche sie anntzchm und auffert dem Land haben/ und darben ihrenallzeit gleichen Muth und Hertzhaftigkeit sattsam bescheinen/ MpMonirt be-trachtet / wird sich lelcht das Wtderspil zeigen; Zumahlen wasI. ansehen wtl ihren Rnegs-Staat in dem Land sechsten/ sohatzwahrenniemanlen und auch dißmahl kein einigerOrth (auffert was die Grantz-Platzezu ihrer nöthigen Sicherheit an Garnisonen etwan halten:) einige regulirteoder geworbene Truppen unterhalten / nicht nur den darüber ergehenden Ko-sten zumpahren /sonder auch theils einanderen keine unnöthige falouäe zuer-wecken/ theils die Gefahr/ die durch ein beständig auf den Beinen haltende Ar-mee einem freyen Staat nach jeweiliger Erfahrenheit vorstehet/auszuweichen;hingegen aber haben sie Visen Mangel znersetzen/und sich in benöthigtem Deffen-6on-Stand zuhalten/ allen möglichsten Eifer und Sorgfalt/ ihr eigen Landvolckin guten Stand zusetzen/und zu den Kriegs-Uebungen tüchtig zumachen ange.kehret; als sonderlich tn denen Evangelischen Orthen kinzeder Bürger und Ange.