Vorrede.
XXXI
die Einsicht in das Ganze ermangeln; und da der Zu-stand der Lander allenthalben gar sehr verschieden ist: sowerden sie sich gar öfters in Gefahr sehen, daß sie cwasbey sich anwenden wollen, was sich auf den Zustand derdasigen Lander gar nicht schicket, und womit die übrigenVerfassungen des Staats keinesweges übereinstimmen.S ratt des glücklichen Erfolges, den eine Anstalt in diesenoder jenen Landen gehabt hat, wird sie mithin ibresOrtssehr schlecht gelingen und vielmehr zum großen Nachtheilausschlagen. Viele Beyspiele in der Welt können unSvon dieserWahrh it überzeugen. Man bat in und wie-der diese undjenepreußische Verfassung nachahmen wol-len. Allein, der schlechte Erfolg hat gar bald zu erken-nen gegeben, daß man vorher nicht überleget hat, ob derZustand des Landes und die übrigen Einrichtungen undAnstalten damit übereinstimmen.
Man könnte endlich wohl zugeben, daß ein bloß prakti-scher Camera?ist, w nn er einen guten natürlichen Ver-stand hat, und sich die Verfassungen anderer Lander flech-sig bekanntmacht, ein guterParticulareameralist in die-sem oder jenemTheile derStaatswirthschaft werden könn-te. Allein, niemals wird er ein guter Univerial amera-list werden. Aus Mangel zusammenhangender Gr nd-satze wird er niemals mir versicherten C chr tt n wandeln.Er wird bey allen Vorfällen wanken und zweifelhastigeEntschließungen ergreifen. Wenn er glaubt, in diesemTheile derNegierungsversaffungenwichtig-'Verb'sserml-gen angebracht zu haben: so wird er am Ende v. hrneh-men, daß er dadurch in einem andern L beste der großenHaushaltung des Staats ungleich mehr Nachtheil ver-ursachet hat, weil er den Zusammenhang dieser großenWirthschaft und den Einfluß, den alle Angelegenh irendes gemeinen Wesens in einander haben, nicht genugsameingesehen hat. Was kann aber wohl einen Staate un-entbehrlicher senn, als vvllkomene Universalcameralisten.Die Wohlfahrt des Staats beruhet gar sehr darauf.Die meisten Länder scheinen hieran noch einen großen
Mangel