24 Kurze Geſchichte des Finanzweſens
*4*¼) Kaiſer Peter der Große, welcher dieſe Seemacht dar-ſtellete, und ſein Volk geſittet machte, verdienet uͤber diegroͤßten Helden des Alterthums erhaben zu ſeyn, ſo wohlwegen dieſer großen Unternehmungen ſelbſt, als wegender außerordentlichen Mittel, die er darzu anwendete.Seine Reiſen durch den geſittetſten Theil von Europa, beywelchen er ſelbſt die Werkſtaͤtte der Kuͤnſtler und Hand-werker beſuchte, und auf den Schiffswerften das Zim-merbeil, nicht zum Scherz oder zum Schein, ſondern zuwirklicher Arbeit in der Hand fuͤhrete, und das Beyſpiel,welches er ſeinen Großen gab, indem er ſo wohl bey derLandmacht, als vornehmlich auf der Flotte, von untenauf dienete, ſind ſo außerordentliche, aber vor die Be-ſchaffenheit ſeines Volkes ſo weiſe und noͤchige Wege, daßer allen kaͤnftigen Zeiten verehrungswuͤrdig ſeyn wird.
§. NXIV.Deutſchland hat in Anſehung der Finanzen*) und
Handlung ſeit einigen Jahrhunderten eine große Nach-laͤßigkeit bezeuget. Nur zu Ende des vorigen Jahrhun-derts ſind die Manufacturen durch die aus Frankreich ge-fluͤchteten reformirten Franzoſen einigermaßen wieder ge-gruͤndet worden, und der vorige Koͤnig von Preußen—),der ſelbſt ein ſehr großer Haushalter war, hat ſeine Finan-zen durch eine gute Einrichtung um die Haͤlfte vermehret,und eben ſo viel Vorſorge vor die Manufacturen angewen-det. Der itzige große und weiſe preußiſche Monarch ha-ben aber nicht nur die vorige Einrichtung vollkommen bey-behalten: ſondern auch durch Errichtung großer Hand-lungsgeſellſchaften zur Seehandlung einen guten Grundgeleget. Der ruhmwuͤrdige Kaiſer Carl der ſechſte, hat-te zur Aufnahme der Handlung in ſeinen Landen vortreff-liche Entwuͤrfe gemacht**), und ließ zu dem Ende mitgroßen Koſten allenthalben die Straßen beſſern**n).Er errichtste in Wien die orientaliſche Handlungscompa-
gnie, und in den Niederlanden die ſo genannteieſe