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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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408
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408 Von der Pflicht der Unterthanen,

Verbindlichkeiten auf ſich hat, als er ſelbſt: ſo er-fordert doch der Endzweck des allerhoͤchſten Weſens,und der Nutzen der Republik, daß niemand ganzmuͤßig ſey. Er muß dannenhero in ſeinem Hauswe-ſen ſolche Anordnung und Einrichtung treffen, daßjedermann in ſeinem Hauſe, ſowohl Weib und Kin-der*), als Geſinde, ihre gewiſſe Verrichtungen ha-ben, und mithin ein jedes nach ſeiner Beſchaffenheitdas Seinige zu dem Wohlſtande der Familie bey-trage, damit der Wohlſtand der einzeln Familienwieder in das geſammte Beſte des Staats ſeinenEinfluß habe.

*) Die Lebensart in anſehnlichen Haͤuſern in Deutſch-land iſt gar nicht alſo beſchaffen, als es dieſe Pflich-ten erfordern. Die Damen thun gar nichts, alsdaß ſie ſich den Vergnuͤgungen und Eitelkeiten wid-men: da es doch wenigſtens ihre Pflicht waͤre, dasHausweſen in einer guten Ordnung und Einrich-tung zu erhalten, welches gewiß nicht bloß darinnenbeſteht, daß man den Kuͤchenzettel anſieht. Zu derBeobachtung des Hausweſens iſt auch nie eine Da-me zu vornehm. Es ſind kaum einige hundert Jahre,als die Gemahlinnen der maͤchtigſten deutſchenReichsfuͤrſten unter dem Titel der Wirthſchaft undHaushaltung alles dasjenige beſorgten, worzu itzoganze Cammercollegia niedergeſetzet ſind.

§. 390.

Ve. Man muß zwar allerdings zugeben, daß die Ael-

mehr den Nu⸗ kern die Neigung ihrer Kinder in Erwaͤhlung der

teen des Staats, Lebensart und Handthierung, die ſie ergreifen ſollen,als unſere Nei⸗ 8

gungen vor Au⸗ zu Rathe zu ziehen haben; denn nach dem Unter-

gen haben. ſchiede der menſchlichen Gemuͤther und der natuͤrlichen

Geaben ſchicket ſich immer ein Menſch beſſer als der

andere zu dieſen oder jenen Wiſſenſchaften und Ge-

werben. Allein vernuͤnftige Aeltern muͤſſen in die

Urſachen und Bewegungsgruͤnde der Kinder einzu-

dringen, und ihre natuͤrliche Gaben und Faͤhigkei-

ten