Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. -Z
Grafen von Harrach, daß er bey seinem Abschiedsver-hör, im Namen des Kaisers, auf folgende drey Punktemit einer Art von Ungestüm die Erklärung der Komgverlangte:
„Der König möchte ohne Verzug die Thronfolge m
Ordnung bringen, und deßwegen zum Besten er Mo-narchie die nothwendigen Verfügungen veranstalten,
„Den Prinz von Vaudemont der Statthalterschaftvon Meiland einlassen, und solche auf d,e Person desErzherzogs Karl übertragen;"
„Mit den alten Bundsgenossen die Verträge er-neuern, welche der Kaiser zu Beybehaltung des Nyp-wjkischen Friedens für nothwendig erachte." .
Es war aber diese Zudringlichkeit so wohl dem Ko-nig als seinen Skaaksräthen unangenehm. Der ersPunkt wurde mit gänzlichem Stillschweigen Übergän-gen. Der Gedanke einen Nachfolger zu ernennen, wardem König unausstehlich widrig. Auch die verlangteAbänderung mit der Statthalterschaft des Herzog huMeiland zum Vortheil des jungen Erzherzogs wurebenfalls abgelehnt. Auf den dritten Punkt ertheilteMan dem kaiserlichen Gesandten zur Antwort, daß daanjeht ein allgemeiner Friede herrsche, so sehe man dieErneuerung der Freundschaftstractaten für uberssufstg,und nicht nothwendig an. — Diese wenige Achtungdes spanischen Hofs gegen die Vorstellungen des kaifer t-chen, vermehrte die schon unter ihnen waltende Kaltsin-nigkeit. Sie schlug zum Vortheil Frankreichs an ;obschon diese günstig werdenden Gesinnungen dieser Kro-nen noch für eine geraume Zeit ein undurchdringlityesGeheimniß blieben.
Die Vorschläge, welche Frankreich dem Komg vonGroßbritannien und den Staaten der vereinigten Nie-derlande, derer vorhin gedackr worden, thun ließ, hattenniemals die Kraft eines ordentlichen Vertrags .erhalten.
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