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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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69
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6§

Ueber den panischen Thronfolgekrieg.

Künste und verführerischen Absichten Frankreichs kaumgenugsam auf der Hut seyn. Ein dauerhafter Friede,so wie ganz Europa zu seiner Sicherheit und Freyheitdenselben wünsche, sey gar nicht der Denkens - und Han-delnsart dieser Krone gemäß. Sie ziele vornehmlichdahin, das so mächtige Bündniß, in dessen fester Ver-einigung seine Uebermacht gegen den gemeinen Feindbestehe, zu zertrennen. — Werde man den Krieg nurnoch wenige Jahre aushalten, so würde die so sehr ge-fürchtete Macht Frankreichs keinem benachbarten Staateferner gefährlich seyn. Die Klugheit erheische es, sichin diesem Geschäfte gar nicht zu übereilen.

Waren die Angelegenheiten Ludwigs XlV. mit demEnde des i /odten Jahrs in größter Verwirrung, sogierigen die Sachen seines Enkels des Königs Philippsnoch weit unglücklicher. Die Niederlage vor Barce-lona brachte ihn so weit, daß er Spanien verlassen, sichnach Frankreich zurückziehen mußte, und keinen andernWeg Spanien nochmals zu betreten vor sich wußte, alsdurch diejenige Kette von Gebirgen, welche auf der Seitevon Fuentarabien die Länder beyder Königreiche mit ein-ander vereinbaren. Nur besaß dieser Prinz in Italienannoch die Königreiche Neapolis und Sicilien, samtden Festungen auf der toscanischen Küste. In demnächstfolgenden Jahre mochte er sich zwar in Spa-nien wieder erhalten, hingegen wurde ihm Neapo-liö durch die Waffen des Kaisers entrissen. Dieseneuen Widerwärtigkeiten machten Ludwig XlV. imErnste geneigt, Spanien nebst Indien dem KönigKarl zu überlassen, seinen Enkel aber zu bereden, sichmit beyden Königreichen Neapel und Sicilien abfindenzu lassen.

Der Graf von Berrzhes, ein Niederländer, der indes Königs Philipps Dienste stund, machte im Namendes Königs von Frankreich, gleich nach der Schlacht

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