Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
180
JPEG-Download
 

»82

Vierte Abhandlung.

der Herr Heinsius unmöglich den Unterhandlungen bey-wohnen , auch nicht bey vorfallenden Schwierigkeitendessen Entscheidung so schnell eingeholet werden, als sol-ches die französischen Bevollmächtigten wünschen muß-ten. Leicht war es auch vorzusehen, daß von Seitender vereinigten Niederlande eben diejenigen beyden Ab-geordneten wiederum würden ernennet werden den neuenUnterhandlungen beyzuwohnen, welche bey allen vorher-gehenden diese Ehre genossen hatten. In der Thatlangten auch die Herren von Buys und von der Dusifen zu Gerrruydenberg an: Männer, die wir ausden erstem Abhandlungen genugsam kennen, welche undvorzüglich der erstere derselben, den französischen Mini-stern nicht angenehm waren. Ludwig Xl V. vertrautebey diesen Unterhandlungen seine Angelegenheiten einemKriegsmann, dem Marschaü von Huxelles, und einemGeistlichen, dem damaligen Abbe und nachherigen Kar-dinal von polignac.

Man kann von den Unterhandlungen zu Gertruy-denberg, welche in dem März des 17 loten Jahrs ih-ren Anfang nahmen, die gleiche allgemeine Anmerkungmachen, welche der Leser schon bey allen vorhergegangenwohl begründet wird gefunden haben: daß jemehr Frank-reich sich bequemte nachzugeben, desto schwerere und ge-wissermaßen unmögliche Bedmgnisse ihm vorgelegt wür-ben; das gemeine Schicksal desjenigen Staats, welchemdas KriegSglück gleichsam den Rücken zugewandt hat.

Die französischen Bevollmächtigten beredeten sich,„es sey einzig darum zu thun, daß man Mittel finde denZ7ten, und mit demselben auch den gten der vorläu-figen Friedensartikel, zur Erfüllung zu bringen: alleübrige Punkte, bey welchen es sein festes Verbleibenhaben müßte, würden ihnen weder Geschäfte, noch neuesNachdenken verursachen." Aber bald erfuhren sie, daßsie sich sehr geirret, daß die Republik nicht anders zuM