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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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248
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Fünfte Abhandlung.

Zeit, da die vereinigten Niederlande, wenn sie sich be-gnügt, Frankreich nur harte und schwere, nichtaber unnatürliche und unmögliche Bedingnisse vorzu-schreiben, ihr bisheriges Ansehen unter den großen Mach-ten in Europa nicht nur hakten auf die Zukunft befesti-gen, sondern noch sehr erhöhen können.

Lange Zeit stunden die geheimen StaatsbedientenLudwigs XIV. m dem irrigen Wahn, daß Frankreichnur durch Zustimmung der vereinigten Niederlande denso sehr benöthigten Frieden erlangen könne, und daß daslockendeste Mittel sey, wenn denselben in ihren Absichten,eine Vormaur von vielen und starken Festungen gegendie französische Grenzen zu besitzen, willfahret und derenHandelschaft vorzüglich begünstiget würde. Beyde Vor-theile wurden der Republik willig zugesagt. Aber ihreStaatSentschliefsungen waren gar nicht so unabhängig,als man sich dessen in Frankreich beredet hatte. Am-mer, bey allen Angelegenheiten von Wichtigkeit, mußtesie auf die Einwilligung des kaiserlichen, und noch mehrauf die Einwilligung des englischen Hofs Betrachtungmachen. Der Lauf des spanischen Thronfolgekriegs undder verschiedenen Friedenöunterhandlungen weisen weitzahlreichere Beyspiele auf, daß England die Berath-schlagungen der Herren Generalstaaten nach seinen Ent-würfen gelenket habe, als daß die Republik ein gleichesgegen England habe unternehmen können. Die Ent-schlüsse der Generalstaaten wurden vornehmlich durch daSAnsehen des Skaatspensionairs der Provinz Holland, desHerren Heinsius, geleitet: dieser Staatsmann aber ließsich durch den Herzog von Marlborough und den PrinzEugen regieren. Selten unterstund sich Heinsius deinHerzog zu widersprechen; ohne dieser beyder Beyfall ge-trauete er sich niemals einen wichtigen Schritt zu wagen.

Der Herzog empfand es mit jedem Tag, da zu (§er-mrydenberg an dem Frieden gearbeitet wurde, wie so

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